Wie viel Haus kann ich mir leisten

Mit dem Bausparvertrag ins Eigenheim

Lange Zeit galt: Wer sich ein Haus bauen wollte und nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügte, der griff zur Erfüllung seines großen Traums auf einen Bausparvertrag zurück. In puncto Baufinanzierung galten Bausparverträge als das Nonplusultra, waren sie dank hoher Zinserträge doch überaus lukrativ. Doch in den zurückliegenden Jahrzehnten verlor der Bausparvertrag etwas von seinem Glanz, was nicht zuletzt an den sinkenden Zinsen lag.

Zwar belässt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins noch bis mindestens Mitte 2020 bei 0 Prozent, doch irgendwann wird er wieder steigen und mit ihm die Zinsen für Bausparverträge. Spätestens dann werden sich Bauherren in spe noch intensiver mit einem Bausparvertrag auseinandersetzen. Wer sein Eigenheim bereits jetzt auf diesem Weg finanzieren möchte, findet hier alle wichtigen Informationen.

Was genau ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist nichts anderes als ein Sparvertrag, den Sparer zum Bau eines Eigenheims nutzen. Jedoch kann das Geld auch für den Kauf einer Eigentumswohnung, für Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie viele weitere wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Bausparverträge bestehen aus zwei grundlegenden Komponenten: Zu einer vom Bausparer aus Eigenmitteln angesparten Summe gesellt sich das Bauspardarlehen, das die Bausparkasse dem Sparer gewährt.

Ein Bausparvertrag ist somit nicht mit einer Immobilienfinanzierung ganz ohne Eigenkapital vergleichbar. Die Auszahlung des Bauspardarlehens ist möglich, weil das Bausparen als Gemeinschaftssparen konzipiert ist und die Monat für Monat in den Auszahltopf gewanderten Bausparraten dafür genutzt werden. In Deutschland gibt es aktuell 21 Bausparkassen, von denen ein Dutzend privat und neun Landesbausparkassen sind.

Welche Phasen hat ein Bausparvertrag?

Bei einem Bausparvertrag gibt es drei Phasen, die jeweils eine spezifische Aufgabe übernehmen:

  • Sparphase
  • Zuteilungsphase
  • Darlehensphase

Während der Sparphase zahlt der Bausparer jeden Monat eine bestimmte Summe in seinen Bausparvertrag ein. Auf diese Weise baut er aus eigenen finanziellen Mitteln Guthaben auf, das die Bausparkasse verzinst. Allerdings sind die Zinserträge seit Frühling 2016 unattraktiv, da die EZB damals den Leitzins auf 0 Prozent abgesenkt hat.

Wie hoch die monatliche Sparrate ausfällt, entscheidet jeder für sich. Jedoch sollten 40 bis 50 Prozent der kompletten Bausparsumme erreicht werden. In der Zuteilungsphase fällt die Entscheidung zwischen vorzeitiger Auszahlung und Bauspardarlehensbeanspruchung. Letzteres führt zur Darlehensphase, während jener das Bauspardarlehen tilgt.

Warum sind Bausparverträge so beliebt?

Normalerweise gleicht kein Bausparvertrag dem anderen. Verbraucher stehen über 20 Bausparkassen zur Auswahl, bei denen sie einen Bausparvertrag abschließen können und die jeweils unterschiedliche Tarife anbieten. Wer bereits über ausreichend Wissen verfügt, kann sich für einen Online-Tarif entscheiden. Alle anderen sollten sich von einem Berater die Möglichkeiten aufzeigen lassen und eventuell auch grundsätzlich einmal für sich persönlich klären, bis zu welchem Kaufpreis eine Immobilie erschwinglich ist.

Unabhängig davon überzeugen Bausparverträge damit, dass sie Bausparer Planungssicherheit gewähren. Denn sowohl während der Sparphase als auch während der Darlehenstilgung greifen zuvor fest vereinbarte Zinssätze. Außerdem können sich Bausparer staatlich fördern lassen. Dies gelingt über die Wohnungsbauprämie oder in Form der Arbeitnehmersparzulage. Bei vorzeitiger Auszahlung geht der Anspruch auf diese staatliche Förderung aber verloren, falls Bausparer die 7-jährige Sperrfrist missachten.

Sind während der Laufzeit Änderungen möglich?

So viel Planungssicherheit ein Bausparvertrag auch garantieren mag, so viel Flexibilität lässt er dem Bausparer in der Regel. Zwar entscheidet letztlich die Bausparkasse über die konkreten Konditionen, jedoch können sich Kunden normalerweise hinsichtlich dessen kaum beschweren. So ist es meist möglich, sich während der Laufzeit für einen anderen Tarif zu entscheiden. Dadurch lässt sich speziell beim Bausparvertrag, aber auch allgemein Geld beim Hausbau sparen. Auch der Übertrag auf eine andere Person ist mit sämtlichen Pflichten und Rechten möglich.

Wer die Bausparsumme reduzieren möchte, kann dies unter Umständen tun und muss dabei nicht mal Auswirkungen auf die Steuern oder Prämien fürchten. Zudem können Bausparer Sondertilgungen leisten und auf diese Weise die Darlehenstilgung beschleunigen. Vorfälligkeitsentschädigungen oder Gebühren verlangen Bausparkassen nicht. Verwirklichen lässt sich auch die vorzeitige Rückzahlung des gesamten Darlehens. Viele Änderungen erfordern die Zustimmung der Bausparkassen oder das Erfüllen gewisser Bedingungen. Groß sind diese Hürden aber im Normalfall nicht.

 

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