Fliesen verputzen, überputzen im Bad

Fliesen verputzen
Fliesen verputzen Bild von Paul Sprengers auf Pixabay

Wenn die Badezimmer – Fliesen in die Jahre gekommen und nicht mehr ansehnlich sind, kann man diese auch überputzen. Ein Überputzen der Fliesen ist allemal günstiger, als das Entfernen der alten Kacheln und das darauf folgende neu Fliesen. Im Prinzip ist das Fliesen verputzen auch nicht schwieriger, als das Verputzen einer herkömmlichen Wand. Man hat sogar den Vorteil dass die Fliesenfläche absolut eben ist und man daher keine Füll und Ausgleichsarbeiten durchführen muss. Allerdings sei vorweg gesagt, dass das Verputzen eine Arbeit ist, die relativ viel Erfahrung voraussetzt und daher für weniger versierte Heimwerker nicht empfehlenswert ist.


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Bevor Sie mit dem Verputzen der Fliesen beginnen, sollten Sie dass dazu notwendige Material und Werkzeug sorgfältig zusammenstellen. Die folgenden Materialien und Werkzeuge werden zum Überputzen des alten Fliesenbelages benötigt:

Material:

  • Putzmittel, Fettlöser oder Verdünner
  • Haftgrund
  • Füller bzw. Spachtelmasse
  • geeignete Putzmischung

Werkzeug:

  • Hammer und Meisel zum Entfernen von defekten oder lockeren Fliesen
  • Schutzhandschuhe
  • Atemschutz
  • Schaumstoffrolle, Pinsel und Quast
  • Spachtel
  • Glättkelle
  • Mauerkelle
  • Schwamm
  • Putzeimer
  • Mörtelkübel zum Anrühren des Putzes
  • Rührgerät

 

Anleitung: Fliesen verputzen im Bad

Bevor Sie mit dem Fliesen verputzen beginnen können, sind einige Vorarbeiten durchzuführen:

Den alten Fliesenbelag auf Schäden überprüfen

Fliesen verputzen: alte Fliesen entfernen
Fliesen verputzen: alte Fliesen mit Hammer und Meisel entfernen Bild von siala auf Pixabay

Vor dem Fliesen im Bad verputzen, sollte Sie überprüfen, ob diese noch fest an der Wand haften. Dazu klopfen Sie die Fliesen einfach ab. Falls ein hohler Klang hörbar ist, so ist die entsprechende Wandfliese locker. In so einem Fall muss die Fliese entfernt und die Stelle muss gespachtelt werden. Für den Fall, dass mehrere Badfliesen locker sind, ist es empfehlenswert den gesamten Fliesenbelag zu entfernen. Hinweis: Zum Entfernen von einzelnen lockeren Fliesen können Sie einen Hammer und einen Meisel verwenden. Falls eine größere Fliesenfläche entfernt werden soll, so erledigen Sie diese Arbeit am besten mit einem Motorhammer.


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Die Reinigung und des alten Fliesenbelages

Als Nächstes ist es erforderlich den Fliesenbelag gründlich zu reinigen. In keinem Fall darf sich Schmutz, Staub oder gar Fett auf den Fliesen befinden, da der Putz ansonsten nicht haftet. Zum Reinigen der Fliesen verwendet man besten einen speziellen Verdünner, der gewährleistet, dass auch fest haftendes Fett vollständig gelöst wird. Bei der Verwendung eines Verdünners sind unbedingt die Arbeits- bzw. Sicherheitsvorschriften zu beachten. In jedem Fall muss der Raum gut gelüftet werden und man sollte einen geeigneten Atemschutz tragen.

Verspachteln von Fugen und fehlenden Fliesen

Zum Verspachteln der Fliesen tragen Sie eine Fugenspachtelmasse mit einem Spachtel so auf, dass eine absolut glatte Oberfläche entsteht. Die Lücken, welche durch das Entfernen von beschädigten Fliesen entstanden sind können Sie ebenfalls mit Spachtelmasse ausgleichen. Die Fliesen sollten Sie je nach Oberflächenbeschaffenheit vor dem Verputzen mit Korund-Schleifpapier anschleifen. Durch das Anschleifen der Fliesen haftet der Putz später wesentlich besser.

Den Haftgrund vor dem Fliesen verspachteln auftragen

Zum Fliesen verputzen benötigt man einen speziellen Haftgrund für nicht saugende Untergründe, der gewährleistet, dass der Putz auf der glatten Fliesenoberfläche haftet. Durch den Haftgrund wird gewährleistet, dass der Putz auf den Fliesen haftet. Der Haftgrund kann mit einem Farbroller oder einem Quast aufgetragen werden. Nach dem Trocknen kann man dann mit dem eigentlichen Verputzen der Fliesen beginnen. Hinweis: Auf Grund der glatten Oberfläche der Fliesen ist der Auftrag eines Haftgrundes unerlässlich.

 

 


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Einen geeigneten Putz zum Fliesen verputzen auswählen

Für das Bad sollten Sie einen geeigneten Putz auswählen. Sie können die Fliesen beispielsweise mit einem speziellen Feuchtraumputz überputzen. Auch Kalkputz kann im Bad verwendet werden. Kalkputz hat den Vorteil, dass dieser atmungsaktiv ist und das Raumklima verbessert. Zudem beugt Kalkputz einer Schimmelbildung im Bad vor. Allerdings darf man den Kalkputz nicht im Spritzbereich verwenden, da diese nicht wasserfest ist. Für den Spritzbereich solle man besser einen wasserfesten Feuchtraumputz verwenden. Auch Marmorputz ist für das Badezimmer geeignet. Dieser verleiht dem Badezimmer durch seine marmorartige Oberfläche ein ganz besonderes Flair.

Anleitung: Die Fliesen verputzen

Anleitung: Fliesen verputzen
Anleitung: Fliesen verputzen Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Beim Verputzen der Fliesen sollten Sie darauf achten, dass die Schichtdicke 5 mm nicht überschritten wird, da ansonsten die Haftung nicht gewährleistet ist. Bei einigen Putzsystemen ist es empfehlenswert, den Putz in 2 oder gar 3 Schichten aufzutragen. Die letzte Putzschicht bildet das Finish und muss besonders sorgfältig ausgeführt werden. Wer keine allzu große Erfahrung beim Verputzen hat, der sollte den Artikel “Anleitung zum Verputzen” lesen. Nachdem die erste Schicht Putz aufgetragen und getrocknet ist, kann als nächste Schicht ein Dekorputz aufgetragen werden. Ein Dekorputz bietet Ihnen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Sowohl Muster als auch ein glatt streichen des Dekorputzes ist möglich.

Beim Fliesen verputzen gehen Sie wie folgt vor:

  • Als Erstes rühren Sie den Putz nach Herstellerangabe mit einem Rührgerät an. Die Mischung muss solange durchgerührt werden, bis eine absolut homogene Masse entsteht. In der Putzmischung dürfen keine Klumpen vorhanden sein. Anschließend lassen Sie die Putzmischung einige Minuten lang ziehen.
  • Nun können Sie den Putz mit einer Kelle und einem Glättbrett auf die Fliesen auftragen. Achten Sie dabei darauf, dass eine glatte ebene Oberfläche entsteht.
  • Eventuelle Fehler in der Putzoberfläche können Sie noch vor dem Trocknen des Putzes ausbessern. Der Putz sollte zum Überarbeiten noch feucht sein, aber eine feste Konsistenz besitzen.
  • Nach dem Trocknen des Putzes können Sie eventuelle Grate, welche durch die Glättkelle entstanden sind abschleifen. Unebenheiten lassen sich relativ einfach nachspachteln.
  • Bevor Sie die verputze Wand streichen können, sollten Sie unbedingt eine Grundierung auftragen, welche gewährleistet, dass die Farbe gut haftet und Farbunterschiede des Putzes nicht durchscheinen.

Den Dekorputz gestalten

Neben den zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten eines Dekorputzes sollten Sie auch unterschiedliche Farbkombinationen ausprobieren. Entweder Sie wählen für die Wandgestaltung einen schon eingefärbten Dekorputz oder Sie färben den Putz mit einer Abtönfarbe selber ein. Auch ein Lack für den Putz ist denkbar. Derzeit im Trend liegt Glitzer Wandfarbe, mich der man tolle optische Effekte erzielen kann.

 


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Fazit:

Auch wenn das Fliesen überputzen mit dem richtigen Werkzeug und Material nicht schwieriger ist als herkömmliche Putzarbeiten, sollten nicht so versierte Heimwerker diese Arbeit besser von einem Fachmann ausführen lassen. Eine nicht professionell verputzte Wand kann die Optik des gesamten Badezimmers ruinieren. Die Vorarbeiten zum Überputzen der Fliesenfläche, wie das Reinigen und Grundieren kann man natürlich selber durchführen und so auch schon eine Menge Kosten einsparen.

Alle Angaben ohne Gewähr!

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