Handwerk und das Thema Mathematik

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Das deutsche Handwerk steckt in einer handfesten Krise. Einer Mathematikkrise. Zunehmend bemängeln Ausbilder die unzureichenden Mathematikkenntnisse von Lehrstellenbewerbern. Dabei spielt es kaum eine Rolle von welcher Schule sie kommen. Neben sprachlichen Defiziten bezüglich Rechtschreibung sind es tatsächlich vor allem elementare Grundrechenarten, die viele Bewerber nicht anwenden und entsprechende Aufgaben nicht lösen können. Angesichts der Tatsache, dass zunehmend mehr junge Leute nach der Schule ein Studium beginnen, fragen sich Handwerksbetriebe bundesweit, wie sie zukünftig ihre Lehrstellen besetzen sollen, wenn es an geeigneten Bewerbern mangelt.

Jedes Handwerk muss präzise ausgeführt werden

An Mathematik denken im ersten Moment wohl die wenigsten, wenn es ums Handwerk geht. Denkt man allerdings ein paar Minuten länger, wird schnell ersichtlich, dass man im Handwerk ohne mathematische Kenntnisse in den überwiegenden Fällen nicht weit kommt. Dabei geht es keineswegs um höhere Mathematik, Ableitungen oder Experimentalfunktionen, vielmehr geht es um die präzise Ausführung der Handwerksarbeiten. Um auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen zu haben, sollten daher einige Rechenarten, Formeln und mathematische Kniffe beherrscht werden. Das gilt selbstverständlich auch für selbstständige Handwerker.

Defizite in Mathematik schon bei angehenden Azubis

Der sogenannte „Tischler-Test“ fragt Jugendliche, die sich für das Handwerk interessieren und eine entsprechende Ausbildung anstreben, in den Bereichen Mathematik und Allgemeinwissen ab. Regelmäßig wird hier offenbar, dass ein großer Teil der Jugendlichen erhebliche Defizite auf dem Gebiet der Mathematik aufweisen. Handwerksbetriebe legen verstärkt Wert darauf, dass ihre Auszubildenden über ein gewisses Mindestmaß an Bildung verfügen, schließlich sind sie als Azubis auch Repräsentanten des jeweiligen Unternehmens. Schon länger ist bekannt, dass das Bildungsniveau jugendlicher nach der Schulbildung erheblich zu denken gibt. Doch nicht nur in Bezug auf die Allgemeinbildung ist es wichtig elementare mathematische Aufgaben lösen zu können, im Handwerk müssen diese auch ganz praktisch angewendet werden.

Praktische Beispiele

Neben praktischen Fähigkeiten, Geschick, Sorgfalt und dem Spaß am Umgang mit verschiedenen Werkstoffen sind Mathematikkenntnisse elementarer Bestandteil für die meisten handwerklichen Berufe. Selbst ein Maler kommt nicht an Grundrechenarten und Bruchrechnen herum, wenn er Räume ausmessen oder Farben mischen möchte.

Elektriker müssen schon etwas fitter in Mathe sein, kommt man hier doch nicht um die Berechnung von elektrischen Spannungen, Widerständen Druck oder Leistung herum. Insbesondere wenn Strom mit im Spiel ist, ist es besonders wichtig fehlerfreie Messungen und Berechnungen durchführen zu können, andernfalls kann es schnell gesundheits- oder gar lebensbedrohlich werden.

Beim Fliesen oder auch beim Verlegen von Böden in Gebäuden ist eine sorgfältige Berechnung der Fläche elementar wichtig, um den Materialbedarf exakt zu bestimmen.

Auch in anderen Bereichen ist es unumgänglich, elementare Mathematikkenntnisse zu beherrschen. Das maximale Ladungsgewicht beim Transport von Werkstücken oder alleine die Buchhaltung, Rechnungserstellung etc. kommt nicht ohne Rechnen aus.

Vorbereitungskurse können sich lohnen

Um als angehender Azubi bestmögliche Chancen auf einen Ausbildungsvertrag zu haben, ist es nicht verkehrt sich im Vorhinein noch einmal fit zu machen. Insbesondere dann, wenn die Mathe-Note nicht wirklich befriedigend ist, bietet sich ein Vorbereitungskurs mit Schwerpunkt Mathe an. Dabei geht es keinesfalls darum, komplexe mathematische Sachverhalte zu analysieren, sondern vielmehr um Rechenbeispiele mit praktischem Bezug. Im Internet finden sich zudem auch zahlreiche Beispielübungen für alle Bereiche des Handwerks, mit denen man sein eigenes Wissen und die eigenen Fähigkeiten überprüfen kann.

Rechner erstellen

Oftmals hat man aber (vielleicht auch nur im Eifer des Gefechtes) viele Formeln nicht parat. Sicherlich ist es so, dass manche einfach mehr Affinität für Mathematik aufbringen können als andere. Im Wesentlichen geht es auch nicht um auswendig lernen oder darum sich selbst jedes Mal aufs neue zu testen, wenn es um Berechnungen geht. Wer sich zahlen oder Formeln schlecht merken kann, kann sich mit einem einfachen Trick behelfen. Insbesondere dann, wenn es sich nicht um Routinerechnungen handelt, kann es daher Sinn machen, einen entsprechenden Onlinerechner zu nutzen. Ein solcher Rechner kann in ein paar wenigen Schritten selber programmiert werden und somit an jeden Bedarf angepasst werden. Einzelheiten zur Erstellung eines Onlinerechners finden sich unter www.mein-onlinerechner.com. Der Vorteil eines so selbst erstellten Rechners ist der, dass die entsprechenden Aufgaben direkt mit diesem gelöst werden können. Im Gegensatz zu einer einfachen Formelsammlung lässt sich dementsprechend eine Menge Zeit sparen, außerdem ist das Berechnen mittels eines Rechners weitaus weniger fehleranfällig. Ein entsprechender Onlinerechner kann beispielsweise auch einen schönen Mehrwert auf einer Website eines Handwerksbetriebs darstellen.

Wie man sieht, hat Mathematik also keinen zu vernachlässigenden Stellenwert im Handwerk. Manche Handwerksberufe müssen sich öfter mit Berechnungen auseinandersetzen als andere und auch in der Komplexität der Mathematik unterscheiden sich die einzelnen Berufe stark. In jedem Fall aber ist es ratsam, berufsspezifische Berechnungen zu üben, bevor eine Ausbildung in dem jeweiligen Bereich aufgenommen wird.

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