Wie man ein Gewächshaus richtig isoliert

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Wer sich im Sommer an seinem wundervoll blühenden Garten mit schönen mediterranen Pflanzen erfreut, muss sich rechtzeitig Gedanken um ein wohltemperiertes Winterquartier für diese machen. Wer bereits ein Gewächshaus besitzt, sollte dieses also frühzeitig isolieren, damit man sich auch im nächsten Sommer an seinen Pflanzen erfreuen kann. Worauf Sie dabei achten müssen, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Passendes Isolierungsmaterial

Wenn Sie Ihr Treibhaus isolieren, sorgen Sie auch bei unbeheizten Gewächshäusern dafür, dass die Innentemperatur nicht zu tief ist und Ihre eingelagerten Pflanzen über die Winterzeit keine Schäden bekommen. Noch dazu können Sie durch eine Isolierung Heizkosten sparen.

Optimal geeignetes Dämmmaterial sollte unbedingt lichtdurchlässig sein. Denn dann kann die Wintersonne hineinscheinen und das Gewächshaus wird im Inneren entsprechend aufgewärmt. Daher sind im allgemeinen Hausbau bewährte Dämm-Materialien wie z.B. Stein-, Holz-, Glaswolle oder Kork hier nicht zu verwenden. Unser Profi-Team empfiehlt Anti-Dust-Materialien. Diese sind staub- und schmutzabweisend und bleiben daher ziemlich sauber – eine maximale Lichtdurchlässigkeit ist also gewährleistet. Nachfolgend erläutern wir Ihnen die Unterschiede der beliebtesten Dämm-Materialien für Gewächshäuser.

Lichtdurchlässige Luftpolsterfolie / Noppenfolie

Die wohl bekannteste Methode ein Gewächshaus winterfest zu machen, ist die Isolation durch Luftpolsterfolie (auch Noppenfolie genannt). Dieses Dämm-Material ist den meisten auch als polsterndes Verpackungsmaterial bei Paketsendungen bekannt. Dank der integrierten Luftpolster ist die Folie nicht nur zum Verpacken als Schutz geeignet, sondern bietet auch eine hervorragende Dämmwirkung und kann daher wunderbar als Gewächshaus-Isolation genutzt werden.

Die Luftpolsterfolie ist dreilagig aufgebaut – zwischen zwei Folienbahnen liegen jeweils die luftgefüllten Noppen. Merken Sie sich: Je größer die Noppen sind, desto besser ist die Wärmeisolation – die Folie ist noch dazu UV-stabil. Sie ist als Meterware in verschiedenen Breiten erhältlich; unsere Empfehlung ist eine möglichst breite Noppenfolie mit 2 Meter Breite zu nutzen. So sind weniger Bahnen am Gewächshaus nötig und es entstehen somit weniger Lücken zwischen den jeweiligen Bahnen. Jede Lücke kann unerwünschte Wärmebrücken hervorrufen und warme Luft entweicht, daher gilt es, diese möglichst gering zu halten.

Gitterfolie

Da die mehrlagige Gitterfolie eine hohe Reißfestigkeit hat, außerdem witterungs- und UV-beständig ist, bietet sie sich optimal für den Außeneinsatz an. Die extrem robuste Gitterfolie bietet eine große Beständigkeit bei Temperaturextremen von -40 bis +80° Celsius. Durch den eingearbeiteten Monofilfaden entsteht die markante Gitterstruktur und eine große Stabilität. Die Folie kann beruhigt auch im Winter bei extremen Wind- und Wetterverhältnissen genutzt werden. Jedoch ist die wärmeisolierende Eigenschaft doch um einiges geringer als bei der o.g. Luftpolsterfolie. Achten Sie daher auf eine ausreichende Stärke von etwa 250 g/qm; erst dann erfüllt das Material eine Dämmfunktion.

Gelochte Abdeckplanen

Als nächste Variante empfehlen wir für eine Gewächshausisolation gelochte Abdeckplanen. Diese Kunststoffplanen sind gelocht, um eine erhöhte Lichtdurchlässigkeit zu bieten. Sie haben eine sehr lange Lebensdauer und überleben viele Winter. Jedoch ist auch hier die Wärmeisolation um einiges geringer als bei der Noppenfolie. Noch dazu haben Abdeckplanen außerdem einen verdunkelnden Effekt; Tageslicht geht also verloren. Daher sollte beim Einsatz von Abdeckplanen ein sogenanntes Assimilationslicht installiert werden, um durch eine gezielte künstliche Pflanzenbeleuchtung zu optimieren.

Hohlkammerstegplatten

Bei Hohlkammerstegplatten funktioniert die Wärmeisolation ähnlich wie bei der Luftpolsterfolie: Zwischen zwei Polycarbonat-Platten sorgen Luftkammern für einen Isolationseffekt. Die Platten sind jedoch – im Gegensatz zur Folie – starr und daher aufwändiger anzubringen. Dieser größere Aufwand ist daher eher bei einem dauerhaften Einsatz zu empfehlen. Es gibt viele Gewächshäuser bei denen die Wände bereits aus transparenten Hohlkammerstegplatten bestehen. So ist der Isolationseffekt bereits von Anfang an gegeben.

Styroporplatten

Hohlkammerstegplatten und Folien sind meist transparent und können daher sehr gut zur Isolation der Gewächshausverglasung genutzt werden. Die weißen Styroporplatten sind eher geeignet, um den Sockel des Gewächshauses zu verkleiden. Styropor ist bekannt dafür ein sehr effektives Isoliermaterial mit geringem Wärmedurchgangskoeffizienten bzw. k-Wert zu sein. Dies bedeutet, dass bei Styropor Wärme nur schlecht nach außen dringt – die Wärme wird also besonders gut im Treibgewächshaus gespeichert.

Halterungssysteme

Es gibt verschiedene Halterungssysteme für die jeweiligen Dämmsysteme der unterschiedlichen Folien. Bei manchen Isolierfolien gibt es einen Nagelrand, in den bereits vorgefertigte Löcher eingelassen wurden. Diese Löcher können Sie wunderbar nutzen, um die Folie z.B. an Haken zu befestigen.

Es gibt aber auch spezielle Gewächshaus-Folienhalter: Dies sind Metallstifte, welche mit Klebstoff oder mittels Saugnäpfen direkt an der Treibhaus-Scheibe fixiert werden. Die Stifte werden ganz einfach durch die Folie gedrückt und mit einer Kunststoffmutter verschraubt. Ein praktischer Vorteil der Folienhalter ist, dass Sie die Metallstifte durchgehend hängen lassen können. Also im Frühjahr / Sommer einfach die Folie abnehmen und im nächsten Winter diese dann einfach passgenau wieder anbringen.

Alternativ können Sie die Isolierfolien natürlich auch mit doppelseitigem Klebeband befestigen. Achten Sie beim Kauf aber darauf, dass die Klebkraft auch bei Feuchtigkeit weiterbesteht und das Klebeband UV- und witterungsbeständig ist. Das Klebeband können Sie auch sehr gut nutzen, um nebeneinanderliegende Folienbahnen zu verbinden und so mögliche Wärmebrücken zu reduzieren.

Saisonale Gewächshaus-Isolierung

Als Zeitraum für die Gewächshaus-Isolierung gilt die allgemeine Empfehlung Oktober bis März. Jedoch sollte man das Wetter immer im Blick haben: Es gibt auch im späten Frühling teils noch vereinzelt Nachfrost; daher empfehlen wir die Isolierung aufgrund der jeweiligen Wetterlage durchaus noch etwas länger am Gewächshaus zu belassen. Die Folie dann im Sommer unbedingt trocken und lichtgeschützt einlagern; auf keinen Fall in den warmen Monaten einer erhöhten UV-Strahlung aussetzen.

Insider-Tipp: Wenn Sie sich für die Gewächshaus-Folienhalter entschieden haben, können Sie hier im Sommer sogenannte Schattiernetze anbringen. So werden Ihre Pflanzen bei starker Sonneneinstrahlung vor Überhitzung geschützt.

In wenigen Schritten zur optimalen Gewächshaus-Isolierung

Wenn Sie sich nun für eine Isolierfolie entschieden haben, muss geklärt werden, wie und wo sie die Folie sinnvoll anbringen.

Abdeckplanen, Gitterfolien und auch Luftpolsterfolien sollten von außen am Treibhaus angebracht werden, auch wenn es optisch eher nicht so schön wirkt und die Folie noch dazu draußen logischerweise stärker der Witterung ausgesetzt ist. Jedoch kann sich beim Verwenden im Inneren zwischen Folie und Gewächshauswand sonst Kondenswasser bilden, was absolut zu vermeiden ist. Kondenswasser kann durchaus zu Algenwuchs an der Gewächshaus-Scheibe führen; der Reinigungsauswand wird unnötig erhöht. Noch dazu ist die hohe Feuchtigkeit schlecht für das Klima im Inneren; Ihre Pflanzen können dadurch kaputtgehen. Im aller schlimmsten Fall gefriert das Wasser bei Minusgraden und es können schlimme Schäden an den Scheiben entstehen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Beseitigen von undichten Bereichen

Als erstes müssen Sie sich Ihr Gewächshaus genau anschauen und alle offenen Fugen, Ritzen und Spalten zwischen Profilen, an Fenstern und Türen und auch am Übergang zum Fundament schließen. Nutzen Sie hierfür einfach herkömmliches Silikon.

  • Reinigen der Gewächshausscheiben

Durch verschmutztet Scheiben reduziert sich die Lichtausbeute. Daher sollte das Treibhaus unbedingt einmal komplett gereinigt werden, bevor eine lichtreduzierende Isolierfolie angebracht wird. Ein weiterer Grund für die Reinigung ist, dass die Oberfläche fettfrei sein muss, damit die Folienhalter optimal halten.

  • Anbringen der Folienhalter

Die Folienhalter sollten mit Klebstoff oder Saugnäpfen an den fettfreien Gewächshausscheiben angebracht werden. Je nach Gewicht der Folie sind mehr oder weniger Halterungen dafür nötig. Als grobe Faustformel können Sie zwischen den Folienhaltern einen Abstand von ca. 50 cm kalkulieren.

  • Befestigen der Isolierfolie

Als erstes sollte die Isolierfolie am oberen Rand der Gewächshauswand angebracht und dort mit einer Kunststoffmutter fixiert werden. Dann die Folienbahn nach unten entrollen und dort auch an den Folienhaltern befestigen.

  • Bahn abschneiden und Vorgang wiederholen

Nun kann die Folienbahn unten an der Gewächshauswand mit einem Cuttermesser (oder Schere) abgeschnitten werden und die nächste Bahn wird angebracht. Sinnvoll ist es, die Folienbahnen etwas überlappen zu lassen – so vermeiden Sie Lücken und Wärmebrücken. Diese Vorgehensweise immer widerholen, bis Sie alle Wände des Treibhauses verkleidet haben.

Durch Gewächshaus-Isolierung nicht-winterharte Pflanzen schützen

Durch eine optimale Gewächshausisolierung können auch mediterrane Kübelpflanzen wie z.B. Olivenbäume oder Oleander eine wunderbare Winterauszeit genießen. Sollten Ihre Pflanzen noch wärmere Temperaturen benötigen, sollten Sie eine Gewächshaus-Heizung einbauen. Durch die Gewächshaus-Isolierung reduziert sich Ihr Heizbedarf gegenüber nicht-isolierten Treib-Gewächshäusern.

Wir wünschen Ihnen mit Ihren Pflanzen viel Spaß – sowohl im Sommer als auch in der Gewächshaus-Zeit im Winter.