Was gehört dazu, wenn man das Zuhause altersgerecht umbauen möchte?

Es gibt die Jahre im Leben, da wird man sich um alles mögliche Gedanken machen, nur nicht darum, ob ein Zuhause altersgerecht und barrierefrei ist, oder nicht. Diese Gedanken macht man sich nicht für einen selbst in jungen Jahren und wahrscheinlich auch nicht unbedingt für andere, solange diese Personen fit, selbständig und rüstig sind. Das sich das ändert, liegt dann meist am eigenen Älter-werden oder dass man bemerkt, dass Personen, die einem nahe stehen, immer schlechter Zuhause mit den Gegebenheiten zurecht kommen.

Natürlich ist es für die meisten Menschen erstrebenswert, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden selbständig und ohne große Hilfe wohnen zu können. Doch wenn man älter wird, kann der Alltag beschwerlicher werden und man beobachtet dies auch verstärkt bei anderen. Es ist durchaus sinnvoll, bei Zeiten (wenn man noch fit und selbstständig ist) an die Anpassung, den Umbau der Wohnräume zu denken, auch wenn man es aktuell vielleicht noch nicht braucht. Wer auch noch im höheren Alter im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung bleiben möchte, der sollte einige bauliche Veränderungen vornehmen, um sich das Leben mit wenig Einschränkungen zu ermöglichen. Wer selbst handwerklich geschickt ist und sich diese Arbeiten zumindest teilweise selbst zutraut, kann schon früh damit beginnen, das Zuhause nach verbesserungswürdigen Stellen abzusuchen und diese nach und nach zu korrigieren.

Spätestens aber dann, wenn es absehbar wird, dass in näherer Zukunft die Beweglichkeit nachlässt, sollte über einen barrierefreien Umbau des Wohnraums nachgedacht werden. Wie umfangreich dann so Umbau wird, hängt natürlich von dem ursprünglichen Zustand der Wohnbereiche und den individuellen persönlichen Ansprüchen der Bewohner ab.

Was bedeutet barrierefreies Wohnen?

Weil nicht jeder genau weiß, was „barrierefrei“ genau bedeutet, nachfolgend eine Erklärung dazu. Diese Erklärung stammt aus dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG § 4): „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“ Folgend einige einfache Tricks und Tipps für ein barrierefreies Leben:

Der Toilettenstuhl

Ein Toilettenstuhl ist eine gute Hilfe für gehbehinderte Menschen, die nicht mehr alleine den Gang zur Toilette schaffen, aber ihren Stuhlgang oder das Wasserlassen möglichst selbständig verrichten möchten. Einfach gesagt, man kommt schnell aufs Klo mit einem Toilettenstuhl, auch wenn die eigentliche Toilette nur schwer und umständlich zu erreichen ist. Das kann übrigens auch eine gut Hilfe sein, falls man aufgrund einer OP oder eines Beinbruchs vorübergehend nicht so mobil ist. So muss man nicht ganz auf die Eigenständigkeit verzichten und keine sogenannte Bettpfanne benutzen. Für viele ist das eine wesentlich würdevollere Variante.

Stolperfallen beseitigen und dadurch Unfälle verhindern

Oft kommt es im Alter wegen der sogenannten Stolperfallen zu Stürzen. Solche Stolperfallen entstehen durch Unebenheiten des Bodens im Wohnraum. Das können dann Türschwellen, Teppiche, herumliegende Gegenstände, rutschige Fliesen und Duschkabinen im Bad sein. Aber auch eine schlechte Beleuchtung und zu niedrige Toilettensitze und Betten erhöhen ebenfalls das Risiko, zu stürzen. Man benötigt nicht immer zwangsläufig einen kompletten Umbau. Manchmal reichen auch kleinere Veränderungen aus. Stolperfallen (zum Beispiel Teppiche oder Läufer) können einfach komplett entfernt oder sicher befestigt werden. Häufig sind die Räume auch zu üppig oder zu eng möbliert. Hier reicht es, wenn man für wirklich standfeste und ausreichend gesicherte Möbel sorgt. Mehr Bewegungsfreiheit erlangt man, wenn man entbehrliche Gegenstände, das können beispielsweise Blumentöpfe oder Deko-Artikel sein, ausmistet. Vorteilhaft ist es, wenn man an Treppen einen zweiten Handlauf anbringt und Treppen sowie Stufen gut ausleuchtet. Wenn es der Platz und das Budget hergibt, kann man über den Einbau eines Treppenlifts nachdenken.

Hilfsmittel sinnvoll einsetzen bzw. anbringen

Oft bieten schon kleine Hilfsmittel Erleichterung im Alltag. So ist das Anbringen von Haltegriffen überall dort nützlich, wo ein sicherer Halt benötigt wird. Das ist zum Beispiel meist im Bad (im Duschbereich oder in unmittelbarer Nähe des WC’s) praktisch oder im Flur und an der Balkon-/Terrassentür, um ohne Stolpern über Schwellen zu kommen.

Das Bereitstellen eines Stuhls oder einer Bank im Flur ist dafür geeignet, dass man Schuhe einfacher im sitzen an- und ausziehen kann. Außerdem können auch Einkaufstaschen in komfortabler Höhe abgestellt werden. Generell ist es eine gute Maßnahme, Sitzmöbel an die Beweglichkeit und Gelenkigkeit anzupassen, um das Aufstehen und Hinsetzen zu erleichtern. In der Küche kann es nötig sein, Regale, Schränke anders anzuordnen (für eine bessere Erreichbarkeit sorgen) und die Höhe der Arbeitsfläche für ein leichteres Arbeiten zu verändern.