Verschiedene Schneide- und Sägeverfahre

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Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, Werkstoffe zu teilen: entweder durch Sägen oder Schneiden. Ersteres ist ein spanendes, letzteres ein nichtspanendes Verfahren. Das heißt, beim Sägen entsteht ein Materialverlust, beim Schneiden nicht. Für beide Varianten stehen sowohl Maschinen als auch Handgeräte zur Verfügung. Zu den Sägewerkzeugen zählen:

  • Hand- und Motorsägen
  • Stationäre Sägemaschinen wie Tischkreis-, Dekupier-, Zug-, Kapp- und Gehrungssägen
    Produkte zum Schneiden sind unter anderem:
  • Messer
  • Garten-, Draht- und Metallscheren
  • Wasserstrahlschneidanlagen
  • Laserstrahlschneider

 

Während beim Schneiden ein Material durch den Druck zweier Seiten eines Werkzeuges zertrennt wird, funktioniert Sägen durch Bewegung eines gezahnten Elementes.

Was ist eine Wasserstrahlschneidanlage?

Die Wasserstrahlschneidanlage ist ein innovatives Werkzeug, bei dem die Kraft des Wassers in Verbindung mit moderner Technik zum Einsatz kommt. Durch einen Hochdruckwasserstrahl, teilweise unter Beimischung von scharfkantigem Schneidsand, wird Material getrennt. Dabei entsteht ein Druck zwischen 4.000 und 6.000 bar sowie eine Ausgangsgeschwindigkeit bis zu 1.000 m/s. Eine Erwärmung des zu schneidenden Werkstoffes tritt kaum ein. Aus diesem Grund wird eine Wasserstrahlschneidanlage einem Laserschneider bei der Bearbeitung von gehärtetem Stahl häufig vorgezogen. Die Wasserqualität unterliegt bestimmten Mindestanforderungen. In jedem Fall erlangt das Schneidwasser durch den überaus hohen Druck Keimfreiheit. Bei der Nutzung wird ein hoher Schalldruck bis zu 120 dB erzeugt. Es gibt jedoch zwei Verfahrensweisen, diesen zu reduzieren:

  • Erhöhung des Wasserspiegels im Strahlfänger, wodurch Schneiden unter Wasser möglich ist
  • Umgeben der Düse mit einer Wasserglocke

Welche Materialien können durch das Wasserstrahlschneidverfahren bearbeitet werden?

Von weichem Schaumstoff bis zu hartem Saphir lassen sich fast alle Werkstoffe schneiden. Zum Einsatz kommen Wasserstrahlschneidanlagen insbesondere in der Kunststoff-, Leder-, Metall- und Steinindustrie. Wird die 3D-Bearbeitung genutzt, ist das Schneiden auch bei komplizierten Formen möglich. Herangezogen wird das Verfahren außerdem zum Entgraten. Darunter versteht man die Entfernung von Kanten, Splittern und Auffaserungen an einem metallischen Werkstück.
Vorteilhaft ist, dass bei der Anwendung des Wasserstrahlschneidverfahrens unerwünschte Gefügeveränderungen an den Schnittkanten ausbleiben. In der Industrie zieht man es daher zum Schneiden von ungleichartigen Materialien in einem Werkstück heran. Dies können beispielsweise Keramik-Metall-Mischungen sein. In der Autoherstellung ist unter anderem der Fünfachsen-Roboter inklusive Wasserstrahl bekannt. Er wird zum Besäumen von Verbundlagen-Kunststoff-Armaturen für PKW genutzt.

Bedeutung Laserstrahlschneiden

Ebenso wie beim Wasserstrahlschneidverfahren kommt Laser zum Einsatz, wenn komplexe Umrisse schnell und präzise zur Verarbeitung kommen sollen. Zahlreiche metallische Werkstoffe können geschnitten werden, wobei das Laserverfahren insbesondere für Aluminium, Baustahl und Edelstahl herangezogen wird. Jedoch lassen sich auch Glas, Holz, Keramik und Kunststoffe bearbeiten. Laserstrahlschneiden garantiert eine geringe Schnittspaltenbreite, minimale Wärmeerzeugung sowie hohe Vorschubgeschwindigkeit. Es gibt drei unterschiedliche Schneidverfahren:

  • Laserschmelzen
  • Laserbrennen
  • Lasersublimationsschneiden

Verschiedene Werkstoffe – schneiden oder sägen?

Leidenschaftliche Heimwerker arbeiten oftmals mit den unterschiedlichsten Materialien. Edelstahl wird beispielsweise beim Selbstbau einer Küche benötigt, Holz für die Möbelherstellung und Feinsteinzeugfliesen für das Bad. Nicht immer steht das benötigte Werkzeug dafür zur Verfügung. Wer mit einem neuen Werkstoff arbeitet, sollte sich in jedem Fall beraten lassen, auf welche Art und Weise es sich bearbeiten lässt.

Edelstahl: Professionell wird das Material mit Plasma-, Laser- oder Wasserschneidmaschinen geschnitten. Zuhause geht es auch anders, und zwar mit einer Stich- oder Kreissäge. Diese müssen allerdings zwei Voraussetzungen erfüllen. Zum einen ist eine hohe Leistung des Gerätes erforderlich. Zum anderen sollten die Eisen-Sägeblätter aus HSS (High Speed Steel) bestehen, die über eine ausgezeichnete Härte verfügen. Die Risiken beim Sägen bestehen darin, dass die Schnittkanten nicht sauber werden oder sich das Edelstahl verformt.

Holz: Für den natürlichen Werkstoff gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Sägen, die zum Einsatz kommen können. Für dünnere Hölzer reicht meist eine einfache Laub-, Puk- oder Astsäge aus. Zu den elektrischen Geräten, die im privaten Bereich häufig verwendet werden, zählen Stich-, Handkreis- und Kettensägen.

Feinsteinzeugfliesen: In diesem Fall wird nicht gesägt, sondern geschnitten. Ein elektrischer Fliesenschneider, bestenfalls mit Wasserkühlung und Diamantsäge, ist das ideale Produkt zur Bearbeitung von Feinsteinzeugfliesen. Für eine einmalige Arbeit ist der Anschaffungspreis jedoch vielen Heimwerkern zu hoch. Eine Alternative ist der mechanische Fliesenschneider. Er ermöglicht das Anschneiden einer Fliese, das heißt, die Oberfläche wird angeritzt. Danach werden die beiden Teile an der Sollbruchstelle auseinandergebrochen. Bei kleineren Ecken ist diese Vorgehensweise etwas schwieriger. Es gelingt jedoch, wenn die Vorderseite angeritzt und dann mit einem kleinen Fliesenhammer gefühlvoll auf die richtige Stelle geklopft wird.