Unverpackt einkaufen – so geht’s

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In den vergangenen Jahrzehnten ist der weltweite Berg an Verpackungsmüll kontinuierlich größer geworden. Während die Kurve insgesamt weiter nach oben zeigt, gibt es immerhin auch eine kleine Gegenbewegung. Durch unverpacktes Einkaufen tut man der Umwelt und dem Klima etwas Gutes und spart sich außerdem eine Menge Platz in der Mülltonne und im gelben Sack.

Wo kann man unverpackt einkaufen?

Wenn es ein Symbol für den Handel mit unverpackten Lebensmittel gibt, so ist es das Verkaufsregal aus Holz. Ob auf dem Wochenmarkt, im Hofladen, im Bio-Supermarkt oder im sogenannten Unverpackt-Laden: Ladenregale sind auch hier unersetzlich für die Warenpräsentation. Wichtig ist allerdings, dass diese Ladenregale das natürliche Ambiente des Händlers unterstreichen. Es macht schlicht und ergreifend wenig Spaß, unverpackte Lebensmittel aus klassischen Supermarktregalen zu entnehmen, auch wenn diese aus hygienischer Hinsicht natürlich ebenfalls unbedenklich sind. Das wissen auch die Supermärkte und Discounter und sorgen für eine entsprechende Präsentation der unverpackten Ware. Die Obst- und Gemüseabteilung erinnert immer deutlicher an den Stand auf dem Wochenmarkt, Brot und Brötchen kann man wenigstens im SB-Bereich unverpackt erwerben und in eine ressourcenfreundlichere Papiertüte legen. Sogar an der Bedientheke für Fleisch, Fisch und Käse ist es immer öfter möglich, eine eigene Vorratsdose befüllen zu lassen, um Plastikmüll zu sparen. Wenn es aber eine wirklich große Auswahl an unverpackten Lebensmitteln sein soll, muss man den Weg in einen „echten“ Unverpackt-Laden antreten. Dort bekommt man die breite Auswahl an Lebensmitteln wie Pasta, Mehl und Getreide, Reis, Tee, Gewürzen, Süßigkeiten und sogar Essig und Öl im unverpackten Zustand. Allerdings ist man auch dort nicht so naiv zu glauben, dass jede Art von Ware vollkommen ohne schützende Verpackung auskäme. Haushalts- und Körperpflegemittel wie Shampoo, Seifen, Putzmittel, Spülbürsten oder Wattestäbchen gibt es hier allerdings in einer sogenannten müllarmen Verpackung.

Ist der Einkauf im Unverpackt-Laden sehr teuer?

Das kommt ganz auf den Blickwinkel an. Oftmals bieten Unverpackt-Läden Fair-Trade-Produkte und Waren aus regionalem Bio-Anbau an. Natürlich sind die Kosten für diese Warengruppen höher als für vergleichbare konventionelle Ware aus dem Supermarkt. Unter dem Strich lohnt es sich aber trotzdem, im Unverpackt-Laden einzukaufen. Denn erstens tut man seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden aufgrund der höheren Produktqualität etwas Gutes. Zweitens sorgt man dafür, dass die versteckten Folgekosten, die konventionelle Produkte durch Schäden an Umwelt, Klima und Biodiversität verursachen, nicht entstehen. Diese Kosten begleicht man zwar nicht unmittelbar an der Kasse des Supermarktes, aber später durch Müllgebühren, Steuern und Umweltschutzmaßnahmen.

Wie füllt man Produkte beim unverpackten Einkauf ab?

Die meisten Unverpackt-Läden arbeiten mit einem Pfandsystem für verschiedene Behälter. Man kann also Kisten, Boxen, Flaschen und Gefrierdosen im Laden gegen Zahlung eines Pfandbetrages mitnehmen und bekommt das Geld beim Zurückbringen erstattet. Außerdem ist es fast immer erlaubt, eigene Behälter mitzubringen. Dort, wo die Preise nach Gewicht ermittelt werden, wird zuerst der leere und nach dem Befüllen der volle Behälter gewogen. Bei einigen Unverpackt-Läden herrscht eine weitgehende Selbstbedienung, sodass man das Wiegen selbst vornehmen kann beziehungsweise muss. Bei anderen, vor allem kleinen Läden übernimmt diese Arbeit das Personal. Tante Emma lässt grüßen.

Ist der Einkauf im Unverpackt-Laden wirklich hygienisch?

In Deutschland gibt es die weltweit vielleicht strengsten Vorschriften hinsichtlich der Lebensmittelhygiene. Diese betreffen auch den Einkauf in privat mitgebrachten Mehrweg-Verpackungen. Das sind die wichtigsten Regeln:

· Alle Kundinnen und Kunden sind für die Sauberkeit mitgebrachter Gefäße selbst verantwortlich und verpflichtet, diese beim Einkauf zu gewährleisten.

· Lebensmittel dürfen nur mit sauberen Händen ab- beziehungsweise umgefüllt werden. Bei bestimmten Warengruppen sind Handschuhe beziehungsweise spezielle Zangen zu verwenden.

· Grundsätzlich dürfen mitgebrachte Behälter nur in eigens dafür festgelegten Bereichen abgestellt und befüllt werden. Dabei darf kein direkter Kontakt mit den gelagerten Lebensmitteln hergestellt werden.

· Die Verkaufsstelle muss einen Reinigungsplan einhalten und dokumentieren.

Dort, wo sich alle an diese regeln halten, ist der Umgang mit Mehrweg-Behältern ebenso hygienisch wie die Verwendung von Einwegplastik.