Der Klassiker: Einsatz-, Dekorations- und Pflegemöglichkeiten der Raufasertapete

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Die Raufasertapete ist die beliebteste Wandverkleidung der Deutschen und das nicht ohne Grund. Raufasertapete ist unkompliziert, einfach anzuwenden und kann sogar mehrfach überstrichen werden. Die aus Recyclingpapier und Holzspänen gefertigte Tapete ist zudem sehr günstig zu erwerben und lässt sich im Falle einer Renovierung auch wieder leicht von der Wand ablösen. Da weder PVC, noch Weichmacher oder Lösungsmittel bei der Herstellung der Raufasertapete zum Einsatz kommen, ist sie gesundheitlich vollkommen unbedenklich. Im Folgenden werden die Einsatzmöglichkeiten, die Dekorations- und die Pflegemöglichkeiten des Klassikers unter den Tapeten genauer beleuchtet.

Raufaser

Bild: © Thomas Hecker – Fotolia.com

Die Raufasertapete ist die beliebteste Tapete der Deutschen

Inhaltsverzeichnis:

1. Einsatzmöglichkeiten der Raufasertapete

1.1. Mit Raufasertapete tapezieren

1.2. Flüssige Raufasertapete

2.Dekorationsmöglichkeiten der Raufasertapete

2.1.Farbliche Aktente auf Raufasertapete

2.2.Wischtechnik auf Raufasertapete

2.3.Wandtattoos auf Raufasertapete

3.Pflegemöglichkeiten der Raufasertapete

4. Fazit

1.Einsatzmöglichkeiten der Raufasertapete

Erfunden wurde die Raufasertapete im Jahr 1864 in Wuppertal von Hugo Erfurt. Zuerst wurde die Tapete als kostengünstiges Dekorationspapier in Schaufenstern eingesetzt. Erst viel später, in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Raufasertapete durch die Bauhaus-Bewegung auch in deutschen Wohnungen sehr beliebt. Da ihre Struktur kleine Unebenheiten auf den Wänden hervorragend verdecken kann und auch ihre anderen positiven Eigenschaften die Menschen überzeugten, war ihr Siegeszug bald nicht mehr aufzuhalten. Heute wird die Raufasertapete immer noch auf die gleiche Weise an die Wand gebracht, es gibt allerdings auch Neuentwicklungen, wie die flüssige Raufasertapete.

Mit Raufasertapete tapezieren

  • Soll eine nackte Wand mit Raufasertapete tapeziert werden, werden zuerst die Abdeckungen der Lichtschalter und Steckdosen entfernt. Vorsorglich wird ebenfalls die Sicherung herausgedreht. Nun wird die Wand nach Nägeln oder Ähnlichem abgesucht, was noch entfernt werden muss.

Anschließend wird der Kleister angerührt. Verwendet wird entweder Spezialkleister oder Tapeziergerätekleister. Das Mischverhältnis findet sich auf der Packung. In der Regel wird Tapeziergerätekleister im Verhältnis 1:30 und Spezialkleister im Verhältnis 1:20 mit kaltem Wasser gemischt. Wichtig dabei ist, den Kleister zügig unter das Wasser zu rühren. Wird nicht zügig genug gerührt, können sich Klumpen bilden. Wer das vermeiden will, kann zu fertigem Flüssigkleister aus dem Baumarkt greifen. Die Seite Tapezieren.com rät außerdem, den Kleister erst mal lieber zu dick, als zu dünn anzurühren.

Die Tapetenbahnen werden zurechtgeschnitten. Mit einem Quast wird die Raufasertapete gründlich eingekleistert. Dabei müssen auch die Ränder der Tapete mit genügend Kleister bestrichen werden, damit sie sich später nicht von der Wand ablöst. Zum Weichen wird die Tapete mit den Klebeflächen zusammengelegt, wobei keine scharfen Knicke entstehen dürfen. Während die vorbereiteten Bahnen zehn bis fünfzehn Minuten weichen, werden die nächsten Bahnen mit Kleister versehen. Dabei sollten immer nur so viele Bahnen mit Kleister bestrichen werden, wie auch zeitnah verarbeitet werden können.

Tapete einkleistern

Bild: © K.- P. Adler – Fotolia.com

Die einzelnen Tapetenbahnen werden großzügig mit Kleister bestrichen

Die erste Tapetenbahn wird an die Wand gebracht und muss absolut senkrecht sitzen, da sich nach ihr die weiteren Bahnen ausrichten. Es ist hilfreich, sich für die erste Bahn unter Verwendung einer Wasserwaage eine senkrechte Linie zur Orientierung an die Wand zu zeichnen. Die Tapete wird an die Wand gebracht und mit der Tapezierbürste fest gestrichen. Dies geht am besten von oben nach unten und von der Mitte hin zu den Rändern. Es dürfen dabei keine Blasen oder Falten entstehen.

Die nächsten Bahnen werden lückenlos neben die erste geklebt, die ihnen als Orientierungspunkt dient. Lichtschalter und Steckdosen werden übertapeziert und nach dem Trocknen der Tapete mit einem scharfen Teppichmesser vorsichtig frei geschnitten. Hinter Heizkörpern wird nur soweit tapeziert, wie die Fläche zu sehen ist.

1.2. Flüssige Raufasertapete

Flüssigraufasertapete ist streng genommen gar keine Tapete, sondern eine streichbare Strukturfarbe. Diese hat, aufgrund der Beimischung von Holzspänen oder Baumwollflocken einen ähnlichen Dekor-Effekt, wie die Raufasertapete. Die flüssige Raufasertapete zeichnet sich durch eine hohe Deckkraft und ihre unkomplizierte Verarbeitung aus.

Zum Einsatz kommen, kann die flüssige Raufasertapete zum Beispiel, um Ausbesserungsarbeiten an beschädigter Raufasertapete zu leisten oder auch, um schwer tapezierbare Stellen, beispielsweise in engen Treppenhäusern, mit dem Raufaser-Effekt zu versehen.

2. Dekorationsmöglichkeiten der Raufasertapete

Raufasertapete ist grundsätzlich erstmal weiß. Das macht sie zur optimalen Gestaltungsfläche für ganz unterschiedliche Ideen. Wer die Raufasertapete nicht komplett überstreichen möchte, kann mit etwas Farbe bunte Akzente setzen. Auch die so genannte Wischtechnik ist sehr beliebt und lässt sich auf Raufasertapete gut anwenden. Zudem haften auch Wandtattoos hervorragend auf Raufasertapete. Diese drei Gestaltungsmöglichkeiten sollen nun genauer betrachtet werden.

2.1. Farbliche Akzente auf Raufasertapete

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Bild: © severija – Fotolia.com

Auf der Raufasertapete lassen sich leicht farbliche Akzente setzen

Mit etwas Klebeband und verschiedenen Farben, lassen sich tolle farbliche Akzente auf der Raufasertapete aufbringen. So können einige Bahnen, entweder senkrecht oder waagerecht säuberlich mit dem Klebeband abgeklebt werden. Die Zwischenräume werden mit Farbe gestrichen und nach dem Trocknen wird das Klebeband wieder entfernt. So entstehen akkurate Streifen auf der weißen Wand, die das gesamte Raumkonzept auflockern. Die gewählten Farben sollten zu der Einrichtung passen oder einen klaren Kontrast zu ihr bilden. So wirkt der Raum besonders harmonisch, beziehungsweise interessant.

Der Fantasie sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. So müssen es nicht die geraden Linien sein, die mit Hilfe von Farbe an die Wand gebracht werden. Genauso können beispielsweise auch kleine oder große Vierecke die Wand verschönern. Sind diese besonders klein, wirken sie wie Mosaike. Auch Kreise, Wellen oder Fantasiegebilde dürfen die Raufasertapete schmücken. Erlaubt ist, was gefällt und sollte das Experiment doch mal daneben gehen, kann die Raufasertapete zum Glück ganz leicht wieder überstrichen werden.

2.2. Wischtechnik auf der Raufasertapete

Wischtechnik erlaubt es, großflächige Muster auf die Raufasertapete zu bringen, welche sie dynamischer und interessanter wirken lassen. Zudem wirkt die Wischtechnik mediterran und manchmal auch etwas antik. Das macht den besonderen Charme dieser Dekorationsmöglichkeit aus.

Die Wischtechnik kann mit nur einer, aber auch mit mehreren verschiedenen Farben angewendet werden.

Je nach Raumgröße und Aufteilung kann die Wischtechnik im ganzen Raum, an einzelnen Wänden oder als Patina rund um Türen und Fenster eingesetzt werden. Sehr schön ist auch ein Farbverlauf von unten nach oben. Dazu wird am unteren Rand der Wand ein kräftigerer Farbton aufgetragen, der nach oben hin immer heller wird.

Es können unterschiedliche Werkzeuge, wie Naturschwämme, Bürsten, Wischhandschuhe oder kleine Handtücher für die Wischtechnik verwendet werden. Jedes dieser Hilfsmittel erzielt einen unterschiedlichen Effekt.

Wischtechnik

Bild: © lisalucia – Fotolia.com

Wischtechnik lässt die Wand dynamischer wirken

Zuerst wird die Raufasertapete in der gewünschten Grundfarbe gestrichen. Dunkle Farben verleihen der Wand Tiefe und eignen sich, bei entsprechend großen und hellen Räumen, besonders gut. Kleine Räume sollten eher mit helleren Farben gestrichen werden.

Wer nur eine Farbe an die Wand bringen möchte, sollte bei der Wischtechnik im Team arbeiten. Einer bringt die Grundfarbe auf und der andere wischt, in leicht kreisenden Bewegungen, direkt mit einem entsprechenden Hilfsmittel, über die noch nasse Farbe. Wie es genau geht, ist auf http://www.renovieren.net/Wischtechnik.php nachzulesen. Alternativ kann die Wand auch erst komplett gestrichen werden und in einem separaten Behälter wird anschließend die übrige Wandfarbe mit etwas Wasser gemischt und mit einem Wischwerkzeug auf die gestrichene Raufasertapete aufgetragen.

Wird die Wischtechnik mit mehreren Farben angewendet, wirken die Wände besonders ausdrucksstark und interessant. Für einen stimmigen Gesamteindruck ist es wichtig, dass die verwendeten Farben einer Farbfamilie angehören, wie zum Beispiel verschiedene Rot- oder Blautöne. Wer Kontrastfarben mischen will, braucht sehr viel Stilsicherheit und Feingefühl und sollte sich im Vorfeld an Beispielen orientieren.

2.3. Wandtattoos auf Raufasertapete

Wer nicht aufwendig streichen will, seinen Wänden aber trotzdem einen individuellen Look verpassen möchte, kann zu Wandtattoos greifen. Es handelt sich hierbei im selbstklebende Vinylfolien zur Raumdekoration. Diese sind einfach und sauber anzubringen und es gibt sie in ganz unterschiedlichen Ausführungen und Farbvariationen. So kann ein inspirierender Spruch die Raufasertapete zieren oder ein Bild verschönert den Raum. In dieser Übersicht von Wandtattoo.de wird erklärt, dass Wandtattoos wegen ihrer dünnen und flexiblen Beschaffenheit auch auf unebener Raufasertapete gut halten. .

Wichtig ist, dass die Raufasertapete bei der Anbringung eines Wandtattoos frei von Staub und Schmutzt ist. Zu kalt darf die Wand ebenfalls nicht sein. Es empfiehlt sich eine Temperatur von über 15 Grad. Um die Folie auf Raufasertapete zu kleben werden eine Rakel, eine Wasserwaage, Klebeband und ein Föhn benötigt.

Nachdem eine geeignete Stelle für das Wandtattoo gefunden ist, wird mithilfe der Wasserwaage und des Klebebands eine gerade Linie auf die Raufasertapete geklebt. Das Wandtattoo wird mit der Rakel glatt gestrichen und anschließend umgedreht und die weiße Trägerfolie wird entfernt. Die durchsichtige Transferfolie, auf der das Wandtattoo aufliegt, erleichtert die Anbringung auf der Raufastertapete. Um das Wandtattoo falten- und blasenfrei an die Wand zu bringen, empfiehlt es sich, es von Innen nach Außen festzudrücken. Dabei wird das Wandtattoo zuerst mit den Händen festgedrückt und anschließend wird noch einmal mit der Rakel darüber gestrichen.

Die durchsichtige Folie kann nun vorsichtig abgezogen werden.

Damit das Wandtattoo besonders gut hält, kann es anschließend mit Hilfe des Föhns auf kleiner Stufe erwärmt und noch einmal festgedrückt werden. Alternativ eignet sich auch eine Wärmflasche. Auf diese Weise passt die Folie sich den Unebenheiten der Wand optimal an.

Bei gestrichener Raufasertapete muss darauf geachtet werden, dass die verwendete Farbe kompatibel mit dem Wandtattoo ist. Dafür kann probeweise ein Stück der Vinylfolie an einer unauffälligen Stelle angebracht werden.

 

3. Pflegemöglichkeiten der Raufasertapete

Tapeten und so auch die Raufasertapete lassen sich nur sehr schwer reinigen, doch es gibt einen einfachen Trick, der in vielen Fällen zum gewünschten Ergebnis führt. Sollte sich Schmutz auf der Raufasertapete befinden, kann dieser unter Zuhilfenahme eines Radiergummis vorsichtig abgerubbelt werden. Wichtig ist, dass der Radiergummi nicht abfärbt. Sollte es sich um gestrichene Raufasertapete handeln, empfiehlt es sich, erst an einer unauffälligen Stelle zu testen. Ob der Radiergummi die Farbe ebenfalls abreibt.

Tapete reinigen

Bild: © sjhuls – Fotolia.co

Mit einem Radiergummi oder einem in Salmiak getränkten Tuch lassen sich Schmutz und Schmierereien von der Tapete entfernen

Sollte der Radiergummi nicht den gewünschten erfolg erzielen, kann die betreffende Stelle vorsichtig mit einem in Salmiak getränktem Tuch abgetupft werden. Bei normaler Raumtemperatur verdunstet der Salmiak schnell und verflüchtigt sich.

Wer auf Nummer sicher gehen will, benutzt beim Streichen der Raufasertapete abwaschbare Farbe. Dies ist vor allem in der Küche oder auch im Kinderzimmer sehr praktisch, da Flecken jederzeit mit einem nebelfeuchten Tuch abgewischt werden können.

4. Fazit

Die Raufasertapete ist nicht umsonst die beliebteste Tapete der Deutschen und schon seit vielen Jahrzehnten im Einsatz. Sie ist sehr preiswert, leicht anzuwenden und bringt Struktur auf die Wände. Zudem kann Raufasertapete mehrfach überstrichen werden. So sparen sich Bewohner das mühselige Abreißen der Tapete und das Anbringen einer neuen. Es wird einfach die gewünschte Farbe gewählt und an die Wand gebracht.

In Punkto Gestaltungsmöglichkeiten ist die Raufasertapete ebenfalls sehr vielseitig. So können mit etwas Klebeband und Farbe verschiedene Akzente auf den Wänden gesetzt werden. Wer es lieber dynamischer mag, greift zur beliebten Wischtechnik, die sich auf Raufasertapete ebenfalls anwenden lässt. Besonders stilvoll und sehr sauber in der Anwendung sind Wandtattoos, die mit ein paar Tricks auch auf Raufasertapete sehr gut halten.

Zu guter Letzt, lässt Raufasertapete sich mit Hilfe eines nicht färbenden Radiergummis oder eines in Salmiak getränkten Tuchs, von Verschmutzungen befreien.

Die Raufasertapete hat ihren Kultstatus zu Recht erlangt und wird wohl auch in Zukunft die Wände vieler Haushalte schmücken.

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