Holzschrauben: Arten und Eigenschaften von Tellerkopfschrauben und Co.

Holzschrauben gibt es in unzähligen Varianten und Ausführungen. Von Tellerkopfschrauben über Spanplattenschrauben bis hin zu Schnellbauschrauben weisen sie unterschiedliche Bauarten auf und können sowohl aus gehärtetem oder verzinktem Stahl, aus Edelstahl A2 und A4 oder auch aus verschiedenen Messingvarianten gefertigt sein. Was jedoch alle von Ihnen gemeinsam haben, ist das Gewinde, das sich für die Verwendung bei Holzwerkstoffen eignet.

Wie der Name schon impliziert, werden Holzschrauben überwiegend im Holzbau verwendet. Je nach anvisiertem Einsatzgebiet bestehen bestimmte Anforderungen an die jeweiligen Schrauben. Schnellbauschrauben zum Beispiel werden häufig im Trockenbau eingesetzt, während hingegen Konstruktionsschrauben aufgrund Ihrer Zulassung eher von Zimmerern zum Beispiel für eine Aufdachdämmung verwendet werden. Für Anwendungsfälle im Außenbereich, bei denen Witterungseinflüsse eine größere Rolle spielen, sind Ausführungen in Edelstahl zu bevorzugen.

Welche Arten von Holzschrauben gibt es?

Eine einheitliche Bezeichnung und Kategorisierung von Holzschrauben ist nur schwer möglich, da das Gewinde in den meisten Fällen nicht genormt ist. Ob der gewünschte Schraubentyp genormt ist oder nicht, lässt sich auf der Internetseite des Deutschen Institut für Normierung e. V [DIN] in Erfahrung bringen. Nichtsdestotrotz können die verschiedenen Schrauben in bestimmte Überkategorien unterteilt werden, um eine gewisse Transparenz über die verschiedenen Arten zu gewähren. Dennoch können Schrauben mit derselben Bezeichnung sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Die Unterschiede zeigen sich insbesondere vermehrt in dem Schraubenanschnitt und der Gewindeform. Im Folgenden werden die am häufigsten vorkommenden Kategorien definiert und deren prägende Eigenschaften näher erläutert:

  • Spanplattenschrauben: Die Spanplattenschraube ist eine recht simple und schlanke Holzschraube, die keine besonderen Merkmale aufweist. Sie verfügt über einen Senkkopf, der sich mithilfe der Fräsrippen senkrecht in das Holt fräst. Der Name der Spanplattenschraube kann irreführend sein, da sie für jede Art von Holz ohne Gerbsäuren oder besondere Härte verwendet werden kann. Letztendlich kann sie in vielen Bereichen eingesetzt und somit auch als Universalschraube bezeichnet werden.

  • Tellerkopfschrauben: Die Konstruktionsschraube mit Tellerkopf ist eine häufig verwendete Holzschraube mit einer offiziellen Zulassung. Tellerkopfschrauben eignen sich zum Verschrauben von Balken oder Hölzern und finden vor allem Anwendung im konstruktiven Holzbau (Bau- und Zimmererarbeiten, Carport oder Vordach). Ein Vorbohren ist nicht notwendig und die Demontage erfolgt meist problemlos. Im Vergleich zu anderen Schraubenköpfen hat die Bauform der Tellerkopfschraube den Vorteil, dass aufgrund der größeren Auflagefläche der Anpressdruck auf die Bauteile erhöht und der Einsatz einer Unterlegscheibe überflüssig wird. Somit ist eine geringere Anzahl an Schrauben und Schraubenzubehör notwendig, welches wiederum die Materialkosten senkt und Arbeitszeit spart.

  • Sechskantholzschrauben / Wiener Schraube: Wie der Name schon angibt, zeichnen sich Sechskantholzschrauben neben dem Teilgewinde vor allem durch den sechseckigen Schraubenkopf aus. Da bei diesem auch ein Maul- oder Ringschlüssel verwendet werden kann, können diese auch als Schlüsselschrauben bezeichnet werden. Die Wiener Schraube eignet sich vor allem für Verbindungen mit besonderer Beanspruchung, da mit einem Schlüssel ein großes Drehmoment übertragen werden kann. Die zu verbindenden Teile werden dank des Teilgewindes fest aufeinander gepresst.

  • Schnellbauschrauben: Mit einer sehr scharfen Spitze und einem Doppelgewinde kommen Schnellbauschrauben häufig im Trockenbau zum Einsatz. Das Doppelgewinde (Variante der Vollgewindeschrauben) sorgt für eine höhere Übertragung der Zuglast und ein optimales Abfangen der Drucklast. Diese spezielle Art von Holzschrauben überzeugt mit einer leichten Montage und hoher Effizienz. Auch in Bezug auf den Brandschutz ist eine Verwendung von Schnellbauschrauben sinnvoll, da diese sich komplett im Holz versenken und mit einem Querholzplättchen abdecken lassen.

Vollgewinde oder Teilgewinde?

Bei der Unterscheidung von Holzschrauben tauchen oft die Begriffe „Vollgewinde“ und „Teilgewinde“ auf. Vollgewindeschrauben sind in der Regel von einem Gewinde geprägt, das von der Spitze bis unter den Schraubenkopf reicht. Diese Bauform ist in der Lage hohe Zug- und Druckkräfte auszuhalten und gleichmäßig zu verteilen. Das ist insbesondere für Bauvorhaben gut, in denen die Holzbauteile unter einer permanenten Krafteinwirkung stehen. Das Gewinde greift hierbei mit der gesamten Schraubenlänge in den Dübel oder das Holz und sorgt somit für ein Maximum an Halt. Im Gegensatz zu den Vollgewindeschrauben besitzen Teilgewindeschrauben nur im unteren Bereich ein Gewinde. Der obere Schaft ist glatt und in der Regel etwas schmaler das Gewinde. Dies bringt den Vorzug mit sich, dass das obere Werkstück nicht vorgebohrt werden muss. Bei einfachen Holzbauten ist die Nutzung von Teilgewindeschrauben schneller und effektiver, da der Schaft ohne Gewinde in dem oberen Bereich beweglich ist und das Bauteil somit fest gegen das untere Werkstück gezogen werden kann. Teilgewindeschrauben reagieren jedoch negativ auf Bewegungen oder Materialschwund unter dem Kopf der Schraube. Ob durch Austrocknung oder durch regelmäßige Be- und Entlastung, ein Bewegungsspielraum kann entstehen und lockere Konstruktionen oder typisch knarrende Geräusche wie zum Beispiel bei Dielenböden auslösen.