Gewächshaus selbst bauen – was sollte man beachten?

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Ein Gewächshaus erleichtert die Pflege und Aufzucht einiger Pflanzen und verlängert das Gartenjahr. Insbesondere Menschen, die Nahrungsmittel selbst anbauen möchten, profitieren von einem Kleingewächshaus im eigenen Garten.

Wer selbst an das Heimwerker-Projekt „Gewächshaus“ herangehen möchte, sollte bei der Planung die folgenden Faktoren beachten.

Ein eigenes Gewächshaus: Was spricht für das Selbstbauen?

Gartenbesitzer können verschiedene Wege einschlagen, um ein Gewächshaus zu bauen. Welcher Weg sich eignet, ist eine Frage:

  • der handwerklichen Fertigkeiten,
  • der verfügbaren Zeit,
  • des Budgets und
  • der Motivation.

Die höchsten Kosten fallen an, wenn man das Gewächshaus bauen lässt. Ein Bausatz für ein Fertiggewächshaus lässt wiederum wenig Gestaltungsfreiheit.

Wer das Gewächshaus von Hand baut, kann es genau an die eigenen Vorstellungen, den Bedingungen des Standortes und die Gestaltung des naheliegenden Wohnhauses anpassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Kosten einzusparen.

Beim Selbstbauen hilft es natürlich, wenn man sich bereits als geschickter Handwerker beweisen konnte und etwas Erfahrung gesammelt hat. Mit etwas Recherche ist es aber auch Hobby-Handwerkern möglich, ein schönes Gewächshaus selbst zu bauen.

Dieser Artikel deckt wichtige Tipps ab, die auch einem Anfänger bei der Planung eines hochwertigen Gewächshauses helfen.

Die Planung des Gewächshauses – wichtige Entscheidungen

Wer selbst ein Gewächshaus bauen möchte, sollte zuerst festlegen, wozu das Gewächshaus überhaupt dienen und welche Form es annehmen soll.

Zweck und Funktionsweise von Gewächshäusern

Es gibt unterschiedliche Typen von Gewächshäusern, die sich in ihrer Funktionsweise grundlegend unterscheiden. Nicht jedes Gewächshaus wird genutzt, um eine hohe Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten. Grundlegende Typen von Gewächshäusern sind:

  • Kalthaus: Das Kalthaus hält eine niedrige Temperatur, die 12 Grad nicht überschreitet, aber im Winter dennoch vor Frost schützt. Es wird hauptsächlich genutzt, um Keimlinge aufzuziehen.
  • Warmhaus: Das Warmhaus ist das Gegenteil des Kalthauses. Es soll tropische Bedingungen nachempfinden. Zu diesem Zweck wird es meist beheizt und unterschreitet die 20-Grad-Grenze nicht. Hier werden Pflanzen mit dem Bedürfnis nach Wärme und Feuchtigkeit gehalten.
  • Temperiertes Gewächshaus: Das temperierte Gewächshaus ist flexibler als die anderen beiden Varianten. Hier geht es darum, mit einem Heizsystem eine selbst gewählte Temperatur zu erreichen und sie so lange wie nötig aufrechtzuerhalten. Es wird oft als Ganzjahresgewächshaus genutzt, um im Verlauf des Jahres verschiedene Pflanzen anzubauen.

Je nachdem, was man in dem Gewächshaus anbauen möchten, muss man sich für einen dieser Typen entscheiden.

Möchte man etwa Orchideen züchten, profitieren sie von einem tropischen Klima. In diesem Fall muss man spezifische Aspekte bei der Bauplanung beachten, wie die Integration von Heiz- und Luftbefeuchtungssystemen und die passende Dämmung.

Bauart von Gewächshäusern

Es gibt verschiedene Formen von Gewächshäusern. Sie bestimmen nicht nur die Ästhetik des Endergebnisses, sondern können auch funktionelle Unterschiede besitzen. Zu den Bauarten gehören:

  • Freistehende Gewächshäuser: Das freistehende Gewächshaus grenzt nicht an ein anderes Gebäude an.

Wenn man genügend Platz im Garten hat, kann man diese Bauart auswählen. Dann kann man den optimalen Standort für das Gewächshaus und seinen Zweck auswählen.

In einem freien Gewächshaus wird die Lichtzufuhr nicht durch eine Hauswand eingeschränkt. Das macht sie geeignet für lichthungrig Pflanzen.

  • Anlehn-Gewächshaus: Das Anlehn-Gewächshaus ist mit einem anderen Gebäude – meist dem Wohnhaus – verbunden. Hier wird mindestens eine Wand des Gewächshauses durch eine Außenwand des Hauses gebildet.

Wegen der kleineren Glasflächen und der Abstrahlungswärme des Hauses hat dieses Gewächshaus einen geringeren Energiebedarf als freistehende Varianten. Wer das Gewächshaus heizen muss, um die gewünschten Pflanzen zu halten, kann hier Kosten sparen.

Es eignet sich zudem für Gelände mit wenig Platz oder eine Konstruktion auf dem Balkon oder der Terrasse.

Das Fundament des Gewächshauses

Das Gewächshaus benötigt ein Fundament, damit die Pflanzen sicher stehen. Die Art des Fundaments kann beeinflussen, wie gut das Gewächshaus vor Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit geschützt wird. Gewisse Bauarten können zudem dazu beitragen, auch hartnäckige Schädlinge wie Mäuse fernzuhalten.

Tipps für das Fundament:

  • Ein Streifenfundament hat sich als besonders hilfreich erwiesen, wenn es um den geeigneten Schutz für Gewächshäuser geht. Es nutzt eine Schotterschicht, PE-Folie und Stahlbeton, um eine ebene Fläche zu bilden. Diese kann mit verschiedenen Gestaltungen versehen werden, wie Rasenkantensteinen, einem gemauerten oder gegossenen Betonfundament und mehr.
  • Ein Wasserablauf sollte eingeplant werden, um stehende Wasserflächen und Schäden an dem Boden zu verhindern.
  • Das Fundament muss gut ausgemessen werden und im rechten Winkel stehen. Messungen sollten immer mit einer Wasserwaage geprüft werden, statt sich auf Augenmaß zu verlassen.

Materialien für das Gerüst des Gewächshauses

Das Gewächshaus benötigt ein stabiles Gerüst, um dem Gewicht der Verglasung und Wind standzuhalten.

  • Als leicht verbaubares Material hat sich hier Aluminium etabliert.

Dank der geringen Dichte, aber hohen Stabilität des Werkstoffs, können so filigrane Rahmen entstehen, die einen hohen Lichteinfall garantieren. Da sie deutlich leichter sind als andere Metalle wie Stahl, sind Aluminiumbauteile zudem bei dem Aufbau einfacher zu handhaben.

  • Für einen ästhetischen, regen- und winddichten Aufbau sollte man Alu-Systemprofile nutzen.

Die Alu-Profile können besonders dünne Wände bilden und bereits Schienen enthalten, in denen man Glas- und Kunststoffscheiben befestigen kann. Die Aluminium-Profile bieten zudem eine hervorragende Wärmedämmung. Außerdem kann man die filigranen Alu-Profile mit einfachen Sägen zuschneiden und benötigt kein Profiwerkzeug.

Materialien für die Verglasung des Gewächshauses

Die Materialien, die man für die Verglasung nutzt, wirken sich auf den Grad der Licht- und UV-Durchlässigkeit des Gewächshauses aus. Sie tragen zudem zu der Qualität der Wärmedämmung bei. Nicht zuletzt beeinflussen sie, wie pflegeleicht und langlebig das Gewächshaus ist.

Wegen ihrer transparenten Flächen fällt die Wahl des Materials entweder auf Glas oder Kunststoff:

Material

Vorteile

Nachteile

Glas

  • langlebig & witterungsbeständig
  • hohe Lichtdurchlässigkeit
  • leicht zu reinigen
  • kostengünstig
  • hohes Gewicht
  • eventuelle Bruchgefahr (bei Nicht-Sicherheitsglas)

Plexiglas-Doppelstegplatten

  • gute Isolierung
  • leicht
  • stabiler
  • geeignet, um hohe Luftfeuchtigkeit zu erzielen
  • kostspieliger
  • geringere Lichtdurchlässigkeit

Kunststoff-Wellplatten

  • leicht
  • Regenwasser fließt gut ab
  • stabil
  • gute Dämmung
  • kostspieliger
  • geringere Lichtdurchlässigkeit
  • PVC, Polystyrol & Polycarbonat können veralgen und vergilben und mindern den Lichtfluss

Fazit – wichtige Planungsschritte für ein Gewächshaus

Auch Hobby-Handwerker können selbst ein Gewächshaus bauen. Als erster, wichtigster Schritt steht dafür die Planung an.

Welche Art von Pflanzen man in dem Gewächshaus halten möchte, gibt vor, welche Art von Gewächshaus man bauen muss. Auch Kriterien wie die Grundstückgröße können hier hineinspielen. Danach geht es an die Auswahl der geeigneten Bauteile und Materialien. Das Fundament, das Gerüst und die Verglasung sind wichtige Faktoren.

Hier eignet sich ein Streifenfundament, ein Gerüst aus Alu-Profilen und Glas oder Plexiglas-Doppelstegplatten für die Verglasung.