Bauen mit Holz – Wie gut isoliert der natürliche Rohstoff?

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Als nachwachsender Rohstoff wird Holz in der Baubranche immer beliebter – und beispielsweise auch zur Konstruktion von Hochhäusern genutzt. Doch nicht nur primär hat Holz ökologische Vorteile, auch die sekundären Effekte sind nennenswert. Im Gegensatz zu Stahl oder keramischen Materialien wie Beton, Ziegel oder Kalksandstein isoliert Holz viel besser. Ein Gebäude aus Holz hat bei gleicher Dämmung ein besseres Wärmebild. Aber wie gut isoliert Holz wirklich? Und wie wirkt sich das auf die Heizkosten aus? Ist der Effekt spürbar?

Heizkosten sparen: Holzbauten sind energetisch günstiger

Beim Bauen mit Holz macht sich die bessere Isolationswirkung im Nachgang bezahlt, weil dadurch die Heizkosten sinken. Wie viel genau man damit spart, lässt sich pauschal jedoch nicht sagen. Das hängt zum Beispiel von der zusätzlichen Dämmung ab, von der Raumgröße, der Umgebung und dem Klima, dem Wetter und natürlich auch von persönlichen Vorlieben hinsichtlich der Raumtemperatur. Außerdem werden auch Holzbauten zusätzlich isoliert, ebenso wie Gebäude aus Beton, Stahlbeton oder Stein. Den schlechteren Wärmedämmwerten von diesen Baumaterialien kann durch entsprechend mehr Dämmung entgegengewirkt werden. Aber wie groß sind die Unterschiede in der Wärmeleitfähigkeit der genannten Baustoffe konkret?

Holz in der Bauphysik

Der Werkstoff Holz hat im Gegensatz zu Beton, Stahl oder Stein eine breitere Streuung hinsichtlich seiner Eigenschaften. Das hängt mit der organischen Struktur zusammen und kann beim Bauen, besonders hinsichtlich der Planung sicherheitsrelevanter Bauteile wie Tragbalken, ein Hindernis sein. Moderne Holzbauten nutzen daher nicht nur rohes Holz beispielsweise für Dachlatten oder nicht-tragende Wandkonstruktionen, sondern auch speziell verleimtes Holz in Blockbauweise, Dübelholzbauweise oder Brettsperrholzbauweise. Dennoch sind die physikalischen Eigenschaften stets einer gewissen Streuung unterworfen – das gilt auch für die Wärmeleitfähigkeit, die bei Holz zwischen 0,1 bis 0,17 W/mK liegt. Stahl hat hier einen Wert von 48 bis 58, Beton wiederum einen Wert von 2,1. Außerdem hat Holz eine hohe spezifische Wärmekapazität von ca. 2100 J/kgK. Im Verbund mit der geringen Wärmeleitfähigkeit sorgt das für ein sehr träges Temperaturwechselverhalten – daher bieten Holzbauten auch einen so guten Schutz gegen die sommerliche Mittagssonne.

Holzbauten sparen nicht nur Heizkosten

Gebäude aus Holz lassen sich also nicht nur günstiger heizen, sondern auch einfacher kühlen – das gilt ganz besonders dank der hohen sommerlichen Hitzeschutzwirkung. Die Klimaanlage braucht weniger Energie und damit liegen die Stromkosten neben den Heizkosten ebenfalls niedriger.

Darüber hinaus ist der intrinsische Vorteil von Holz hinsichtlich der Wärmedämmung auch in anderen Bereichen mit überlegenen Effekten verbunden: Beispielsweise in der Bildung von Wärmebrücken, die wiederum häufig zu Kondensat, Schimmelbildung und anderen Problemen führen können. Angst, dass Holz schneller schimmelt oder brandschutztechnisch gefährlich ist, brauchen Bewohner eines Gebäudes in Holzbauweise übrigens nicht haben: Modernes Konstruktionsholz ist beständig gegen derartige Einflüsse und kann auch brandschutztechnisch bewertet bzw. entsprechend eingesetzt werden. Über die thermischen Eigenschaften bzw. Vorteile hinaus lässt sich Holz einfacher verarbeiten als Beton oder Stahl, ebenso wie es sich einfacher transportieren lässt. Kein Wunder also, dass Fertighäuser fast ausschließlich in Holzbauweise gefertigt werden und dass sie preislich so attraktiv sind.