Balkonkraftwerk – die Solaranlage für die eigene Steckdose

Aufgrund des Gasmangels tritt Energiesparen wieder stärker in den Fokus! Private Solaranlagen können ihren Beitrag dazu leisten, dass die Energiewende weiter vorangetrieben wird.

Fotovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Dach sind schon seit einigen Jahren ein wirkungsvolles Mittel, sowohl saubere Energie zu erzeugen als auch die eigene Stromrechnung zu reduzieren.

Ausgenommen waren bisher aufgrund fehlender Flächen die Millionen Bewohner von Mietwohnungen. Inzwischen jedoch erobern sogenannte Balkonkraftwerke den Markt. Dabei handelt es sich um ein bis zwei Module mit integriertem Wechselrichter, die am Balkon befestigt und über eine Steckdose mit dem Hausstromnetz verbunden werden. Was ist dabei zu berücksichtigen?

Fotovoltaik wird nun auch für Mieter nutzbar! (link)

Wie funktioniert eine Mini-Solaranlage für den Balkon?

Kleine Fotovoltaik-Anlagen sind auf eine Leistung von bis zu 600 Watt ausgelegt. Sie werden mit einem Wechselrichter geliefert, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom transformiert. Handelsübliche Elektrogeräte funktionieren in der Regel nur mit Wechselstrom. Der Wechselrichter ist mit einem Kabel ausgestattet, das direkt mit der nächsten Steckdose verbunden wird.

Der Zweck der Mini-Anlagen ist es nicht, so viel Strom wie möglich zu erzeugen. Es geht vielmehr darum, den selbst erzeugten Strom im eigenen Haushalt zu verbrauchen, damit so wenig Energie wie möglich aus dem öffentlichen Versorgungsnetz beansprucht wird. Als Nebeneffekt reduziert sich die Stromrechnung merklich.

Inzwischen gibt es schon einige Anbieter für diese relativ neue Technologie. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen ganz persönlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten, kann hier sogenannte Balkonkraftwerke vergleichen.

Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Ein Modul mit integriertem Wechselrichter inklusive Halterung und Anschlusskabel ist ab etwa 400 Euro zu haben. Im Regelfall rechnet sich die Investition nach einigen wenigen Jahren. Vom Geldwert her lohnt sich ein Balkonkraftwerk definitiv, weil die Hersteller auf ihre Produkte 25 Jahre Garantie geben. Zudem sind folgende Aspekte wichtig:

  • Keine Speicherung: Mini-Kraftwerke sind nicht zur Speicherung ausgelegt. Sie minimieren dauerhaft den Grundverbrauch, indem sie Kühlschrank, Waschmaschine, TV-Gerät, Computer oder auch die Smart Home Technologie, die mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, mit selbst produziertem Strom antreiben.
  • Keine Vergütung: Bei einer Überproduktion wird Strom ins Netz eingespeist. Die Mengen sind gering und die Verluste können vernachlässigt werden. Wenn eine Vergütung erzielt werden soll, bedarf es eines anderen, größeren Typs von Solaranlage. Eine solche ist mit einem erhöhten bürokratischen Aufwand verbunden.

Welche Faktoren beeinflussen den Stromertrag?

Ein Balkonkraftwerk eignet sich nicht nur für den Balkon an sich. Es kann auch auf Gestellen am Boden, auf Terrassen oder im Garten installiert werden. Dort ist der Ertrag üblicherweise höher, weil schräg positionierte Module ein besseres Ergebnis liefern als vertikale Konstruktionen.

Der Ertrag eines Balkonkraftwerkes hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Neigungswinkel – in Deutschland erbringt ein Neigungswinkel von 35° beste Erträge
  • Lage des Balkons
  • Sonneneinstrahlung
  • Himmelsrichtung – optimal ist eine Ausrichtung gen Süden

Was ist bei der Installation zu beachten?

Wer zur Miete wohnt, sollte vor der Anschaffung einige Punkte klären. Es empfiehlt sich, mit dem Vermieter in Kontakt zu treten, obwohl der Anspruch des Mieters bei einem Grundsatzurteil des Amtsgerichts Stuttgart (30.03.2021, Az: 27 C 2283/20) bestätigt wurde. Allerdings bedarf es einer gesonderten Erlaubnis, wenn Bohrungen an der Außenwand des Gebäudes durchgeführt werden müssen.

Zudem muss geklärt werden, ob die verwendete Steckdose den technischen Anforderungen entspricht. Der jeweilige Netzbetreiber informiert darüber, ob eine herkömmliche Schuko-Steckdose für den Betrieb einer Mini-Solaranlage ausreicht. Zudem gelten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und die Vorgaben des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE):

Daraus geht hervor, dass eine Solaranlage an eine einzelne Wandsteckdose angeschlossen werden muss, welche mit einem Sicherungskasten verbunden ist. Wenn die Leistung 600 Watt überschreitet, wird eine sogenannte Wieland-Steckdose Pflicht, die von einem Elektriker installiert werden muss. Diese ist bis zu einer Stromstärke von 16 Ampere und für eine Wirkleistung von 3.300 Watt ausgelegt.

Fördermittel für Balkonanlagen

Die Zahl der Kommunen, welche Zuschüsse für Mini-Solaranlagen gewähren, steigt stetig an. Die höchste Förderung derzeit leistet die Stadt Düsseldorf, die bis zu 700 Euro zuschießt. Eine Nachfrage bei der zuständigen Gemeinde lohnt sich in den meisten Fällen.