Vinylboden-Arten: Designbeläge im Überblick

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Der Vinylboden ist aus Hausbau, Renovierung und Sanierung nicht mehr wegzudenken. Wie bei vielen anderen Bodenbelägen auch ergeben sich jedoch zahlreiche Unterschiede aus den verschiedenen Produktaufbauten und Herstellungsweisen. Welche Vinylboden-Arten es gibt, welche Eigenschaften diese mitbringen und wofür sie sich am besten eignen, erklären wir in diesem Beitrag.

Klick-Vinyl

Besonders für den Privatbereich wird gerne ein sogenanntes Klick-Vinyl-Laminat gewählt. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: durch das Klicksystem geht die Verlegung schnell und einfach von der Hand, Laien und Hobby-Heimwerker kommen hier auf ihre Kosten. Hersteller bieten Klick-Vinyl sowohl im Fliesen- als auch Planken-Format. Verschiedene, zum Teil patentierte Klick- und Lock-Systeme bieten eine hohe Widerstandskraft und Zugfestigkeit.

Meist werden die Vinyl-Dielen oder -Fliesen einfach in einem bestimmten Winkel ineinandergesteckt und mit einem Gummihammer und Schlagklotz miteinander verbunden. Aufgrund des integrierten Klicksystems verfügt diese Vinylboden-Art über eine etwas dickere Aufbauhöhe als ein Klebevinyl. Mit einer Aufbauhöhe von 3 bis 5 mm handelt es sich hierbei aber immer noch um einen sehr renovierungsfreundlichen Vinylboden.

Forbo Flooring Systems

Zwar wird für gewerbliche Räume meist eher ein Vinylboden zum Verkleben empfohlen, heute bieten Hersteller jedoch eine reichhaltige Auswahl an Klick-Vinylböden mit hoher Nutzschicht bis hin zur Verlegung im industriellen Bereich. Häufig wird empfohlen, das Klick-Vinyl in Bereichen zusätzlich zu verkleben, die die in den technischen Spezifikationen angegebenen Belastungsgrenzen übersteigen. Dies betrifft zum Beispiel Bereiche mit direkter Sonneneinstrahlung oder Areale mit starker Begehung. Einen Vinylboden schwimmend zu verlegen, schließt in der Regel die Möglichkeit mit ein, den Bodenbelag auch zu verkleben. Das macht den Klick-Vinylboden zu einem sehr vielseitigen und flexiblen Bodenbelag.

Forbo Flooring Systems

Klick-Vinyl mit integrierter Trittschalldämmung

Möchten Sie einen Vinylboden schwimmend verlegen, sollte eine passende Trittschalldämmung angeschafft werden. Wird der Designbelag nicht verklebt, bleibt immer ein gewisser Raum zwischen Bodenbelag und Untergrund, der als Schallkörper fungiert und Trittgeräusche auf darunterliegende Etagen übertragen kann. In der Regel bieten die Hersteller passende Dämmunterlagen gleich mit an. Mittlerweile finden sich allerdings auch viele Klick-Vinylböden, bei der eine Trittschalldämmung bereits integriert ist. Ein Klick-Vinyl mit integrierter Trittschalldämmung kann eine Trittschallverbesserung von bis zu 20 dB bewirken.

Forbo Flooring Systems

Klick-Vinyl mit Kork-Dämmung

Allein aus Gründen der Nachhaltigkeit wird auch der Kork-Vinylboden immer beliebter. Ein Klick-Vinyl mit Kork-Dämmung zeichnet sich durch eine angenehme Akustik aus, ist sehr komfortabel und kann aufgrund der positiven Eigenschaften des Korks sogar wärmeisolierend wirken.

Gerflor TopSilence Design „0007 Carvalho“ (Gerflor Mipolam GmbH)

HDF-Vinyl

Bei einem HDF-Vinyl handelt es sich um einen Vinylboden mit stabilisierender Trägerplatte. Dieser in der Regel etwas dickere Vinylbelag verfügt über eine „hochdichte Faserplatte“ die dem Produkt seinen Namen gibt. Diese meist aus Holzfasern bestehende Trägerschicht sorgt für eine erhöhte Formstabilität bei gleichzeitig hohem Komfort. Möchten Sie ein HDF-Vinyl auf Fliesen verlegen, ist das meist kein Problem, da dieser Vinylboden leichte Unebenheiten im Untergrund überbrücken kann. Hersteller geben die mögliche Fugentiefe und -breite meist in der Verlegeanleitung an.

Durch die Stabilisierung ist ein HDF-Vinyl außerdem weniger empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen. Daher wird dieses Produkt eher für die Verlegung in Bereichen mit direkter Sonneneinstrahlung wie bei bodentiefer Verglasung empfohlen als ein Vollvinyl.

Gerflor TopSilence Design „0002 Minho“ (Gerflor Mipolam GmbH)

Grundsätzlich sollten Sie immer bedenken, dass es sich bei Vinyl um einen thermoplastischen Kunststoff handelt, der je nach Temperatur etwaigen Deformationen unterliegt, sich zusammenzieht oder ausdehnt. Aus diesem Grund sollte bei der Verlegung eines Vinylbodenbelags immer eine Dilatationsfuge zwischen dem Bodenbelag und allen festen Gegenständen im Raum eingehalten werden wie Wänden, Heizungsrohren und Türzargen. Auch hierzu geben die Hersteller Hinweise in der Verlegeanleitung, wie breit die Dehnungsfuge mindestens sein sollte.

Von der Verlegung im Wintergarten wird grundsätzlich abgeraten. Außerdem sollte ein Bodenbelag aus Vinyl vor der Installation in der jeweiligen Räumlichkeit mindestens 24 bis 48 Stunden in Stapeln gelagert werden, damit sich dieser akklimatisieren kann.

Vorsicht: ein HDF-Vinyl sollte nicht im Badezimmer verlegt werden. Da die Trägerplatte meist aus gepressten Holzfasern besteht, kann diese bei Kontakt mit Feuchtigkeit aufquellen. Zwar bieten Hersteller heute auch quellgeschützte HDF-Vinylböden, jedoch sollte man auf der Suche nach einem Vinylboden für Feuchträume eher zu einem Rigid-Vinyl oder Vollvinyl greifen.

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Rigid-Klick-Vinyl

Noch dimensionsstabiler als ein HDF-Vinyl ist das sogenannte Rigid-Vinyl. Bei einem Rigid-Klick-Vinyl liegen die Vorteile ebenfalls in der hohen Formstabilität sowie der Unempfindlichkeit bei leichten Unebenheiten. So kann das Rigid-Vinyl meist auch auf Fliesen verlegt werden.

Im Gegensatz zu HDF-Vinyl ist der Rigid-Boden jedoch deutlich dünner, also renovierungsfreundlich. Außerdem kann das Rigid-Vinyl auch in Badezimmern verlegt werden. Da die stabilisierende Trägerschicht bei diesem Vinylboden meist aus Stein- oder Kalkmehl besteht, wird das Rigid-Klick-Vinyl manchmal auch als SPC-Vinyl (Stone Powder Composite) bezeichnet.

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Vollvinyl

Ein hochwertiger Vinylboden ist das sogenannte Vollvinyl. Dieser Vinyl-Fußboden ist sowohl als Klebe- als auch als Klick-Variante erhältlich. Da dieser Bodenbelag durch und durch aus Vinyl gefertigt wird, ist dieser oftmals etwas preisintensiver als ein Multilayer-Vinylboden. Vollvinyl ist in der Regel geeignet für die Verlegung in Feuchträumen und besticht durch eine hohe Robustheit. Da dieser Bodenbelag fast ausschließlich aus Vinyl gefertigt wird, bringt dieses Produkt die guten Eigenschaften von PVC auf den Punkt. Aufgrund der Elastizität des Materials überzeugt dieser Vinylboden durch gute akustische Eigenschaften, Stoßfestigkeit sowie Fußwärme. Daneben bietet der Bodenbelag ein angenehmes Trittgefühl.

Gerflor Creation 70 „1055 Onka Natural“ (23 x 150 cm) (Gerflor Mipolam GmbH)

Klebevinyl

Beim sogenannten Klebevinyl ist bei der Verlegung ein wenig mehr Know-how gefragt. Da ein Vinylboden zum Kleben über eine sehr dünne Aufbauhöhe von ca. 2 mm verfügt, können sich leichte Unebenheiten schnell durchdrücken. Daher erfordert die Verlegung von Klebe-Vinylboden eine gründliche Untergrundvorbereitung. Beschädigungen, Unebenheiten und Risse müssen beseitigt und nivelliert werden zum Beispiel mit Ausgleichs- oder Spachtelmasse. Die Vinyl-Fliesen oder -Dielen werden meist in einem Klebebett aus Dispersionsklebstoff verlegt. Diese Installationsmethode erfordert exaktes Arbeiten, weshalb hierfür gerne Fachleute herangezogen werden. Mit ein wenig Geschick ist aber auch die Verlegung von einem Laien möglich.

Der Klebe-Vinylboden bietet viele Einsatzmöglichkeiten und ist eine optimale Wahl für den Objekt- und Gewerbebereich. Da das Klebevinyl sehr dünn ist, ist die Gefahr von Druckstellen hier deutlich geringer als bei einer höheren Vinylboden-Aufbauhöhe. Außerdem kann dieser Bodenbelag bei einer entsprechenden Versiegelung auch in Feuchträumen verlegt werden. Aufgrund der geringen Aufbauhöhe müssen Türen nicht abgeschliffen werden und auch Türübergänge stellen kein Problem dar.

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Selbstklebender Vinylboden

Der selbstklebende Vinylboden wird gerade im Wohnbereich immer beliebter. Auch dieser Vinyl-Fußboden ist in der Regel nur etwa 2 mm stark. Die Vinyl-Planken verfügen über eine selbstklebende Rückseite. Für die Verlegung muss lediglich eine Folie abgezogen werden, um die Dielen und Fliesen schließlich Stoß an Stoß zu platzieren.

Um einen optimalen Halt zu gewährleisten, muss der Untergrund gründlich vorbereitet werden, Fette, Staub und andere Partikel müssen entfernt werden. Um für noch besseren Halt zu sorgen, kann ein Haftgrund bzw. Primer aufgetragen werden. Ein Vinylboden zur selbstklebenden Verlegung ist meistens für die Nutzung in Bereichen der Nutzungsklassen 21 bis 23 ausgelegt, eignet sich also vornehmlich für den privaten Gebrauch.

BRICOFLOR GmbH

Loose-Lay Vinylboden

Beim sogenannten Loose-Lay Vinyl handelt es sich um einen selbstliegenden Vinylboden. Die Vinyl-Fliesen und -Dielen zeichnen sich durch eine Rückseite aus, die an die Klebeschicht von Post-It’s erinnert. Außerdem verfügt der selbstliegende Vinylboden über ein hohes Eigengewicht. So bilden die Stoß an Stoß verlegten Dielen eine kraftschlüssige Verbindung und ein dauerhaft schönes Bodenbild. Nicht nur für den Wohnbereich ist ein Loose-Lay Vinyl eine gute Wahl, denn die Vinylbodenbeläge verfügen oft über hohe Nutzungsklassen. So lässt sich dieses Produkt auch gut für Messen nutzen, denn die einzelnen Elemente lassen sich einfach wieder aufnehmen und mitnehmen, ohne dass der Untergrund beschädigt wird.

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