Leuchtstoffröhren durch stromsparende LED ersetzen- Vorteile und Fallstricke

Bild von engin akyurt auf Pixabay
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LEDs haben längst ihren festen Platz in der Beleuchtungstechnik gefunden. Waren die ersten LED-Leuchtmittel oft fest verbaute Spezialanfertigungen, so werden seit einiger Zeit Leuchtmittel angeboten, die zur Nachrüstung bestehender Leuchten dienen. Der primäre Vorteil ist Energieersparnis und höhere Lebensdauer aufgrund robusterer Bauweise.

Weißes Licht hat verschiedene Farben

Sollen Leuchtmittel gegeneinander getauscht werden, so lauern einige potentielle Fallstricke auf den Anwender. Diese bewirken, dass unter Umständen Farben anders wiedergegeben werden oder einige Farbtöne anschließend kaum noch zu erkennen sind. Jede Lichtquelle hat ein bestimmtes Spektrum, was bedeutet, dass Licht im sichtbaren Bereich (von blau über grün und gelb bis rot) abgegeben wird. Tageslicht von der Sonne hat ein anderes Verhältnis von rotem und blauem Licht als das eher rötliche Licht kurz vor Sonnenuntergang.

Leuchtmittel wie Glühbirnen oder Halogenlampen verfügen hier über ein durchgehendes Spektrum, strahlen also ähnlich wie Sonnenlicht. Leuchtmittel wie Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren oder LED Röhren haben aufgrund ihrer Funktionsweise ein unterbrochenes Spektrum, bei dem nur einige wenige Wellenlängen emittiert werden. Dies hat zur Folge, dass die Farbwiedergabe der beleuchteten Gegenstände gegenüber Tageslicht mehr oder weniger stark abweichen kann. Gegenüber der ersten Generation LED-Leuchtmittel incl. LED-Röhren haben in der Zwischenzeit deutliche Weiterentwicklungen stattgefunden, sodass die Farbtreue deutlich verbessert worden ist.

Projektierung der Umgebungsbedingungen

Bevor bestehende Leuchtstoffröhren einfach getauscht werden können, sind Umgebungsbedingungen zu ermitteln. Wichtig ist im gewerblichen Bereich, dass die LED Röhren die am jeweiligen Arbeitsplatz geforderte Beleuchtungsstärke liefern können. Da Röhren abhängig von der Bauart Abstrahlungswinkel haben, sind diese mit zu berücksichtigen. Leuchtstoffröhren strahlen meist 360 Grad ab, LED oft weniger als 180 Grad. Hierdurch sind Leuchtstoffröhren oft etwas heller als vergleichbare LED-Pendants.
Je nach Umgebung ist ebenfalls der Farbwiedergabeindex (CRI/Ra) zu berücksichtigen. Dieser sagt aus, wie natürlich die Farbwiedergabe ist. Nach Arbeitsstättenverordnung und ASR 3.4 (incl. Anhang 1) ist auch hier eine Mindestqualität gefordert. In der Regel soll hier ein Ra von 80 nicht unterschritten werden. In sensiblen Bereich wie Druckereien und Erste-Hilfe-Räumen ist sogar ein Ra von 90 gefordert.

Starter und Vorschaltgeräte

Die Vorschaltgeräte in bestehenden Leuchten sind bei einem sogenannten “Retrofit” zu beachten. Je nach vorhandenen Geräten (Starter, Starter+KVG oder VVG, EVG) muss die LED Röhre darauf ausgelegt sein, mit diesen betrieben werden zu können. In der Regel werden konventionelle Starter durch sogenannte “Dummy-Starter” ausgetauscht, die oft beim Kauf mit beiliegen. Diese sind eine einfache Brücke, was bedeutet, dass die Austauschröhre direkt am Netz betrieben wird, ohne separate Startmechanismen zu benötigen. Sind KVG vorhanden, so können sie im Regelfall weiterbetrieben werden.
Ist die Leuchte mit einem EVG (elektronischen Vorschaltgerät) ausgestattet, so muss die LED Röhre hierfür ausgelegt sein.
In Deckenleuchten werden oft sogenannte Tandem-Schaltungen eingesetzt, wo mehrere Leuchtstoffröhren von einem einzigen Vorschaltgerät versorgt werden. Diese Schaltung bereitet meist Probleme, lediglich einige neuere Röhren sind auch hier einsetzbar. Sollen Leuchten dimmbar sein, so ist bei der Auswahl besonders aufzupassen. Der verwendete LED-Treiber muss hierzu kompatibel sein, oder über separate Mechanismen (Funk integriert o.ä.) Diese Funktion realisieren. Im Regelfall sind LED-Röhren nicht dimmbar.

Umbauten von Leuchten

Hier ist zu beachten, dass bei einem Umbau die Bauart-Zulassung der Leuchte erlischt und somit der Hersteller von dieser u.U. Garantieansprüche verweigern kann. Dies betrifft insbesondere den Ausbau und Neuverdrahtung des Innenraums, beispielsweise, um eine Tandemschaltung aufzuheben. Diese sollten nur vorgenommen werden, wenn diese unbedingt erforderlich sind, und auch nur von einem Elektriker erfolgen.

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