Klinker verfugen: Der richtige Mörtel und das Werkzeug

Klinker verfugen
Klinker verfugen: Fugenblech mit Fugeneisen Forolia.de #71177163 | Urheber: Ingo Bartussek

Sichtmauerwerk aus Klinker sieht optisch sehr ansprechend aus, vorausgesetzt, die Klinkersteine sind fachgerecht verfugt. Eine Klinkermauer kann sowohl direkt nach dem Aufmauern bei noch feuchtem Mörtel, oder auch später nach dem Trocknen des Mörtels, verfugt werden.

Klinkersteine direkt beim Aufmauern verfugen

Das Verfugen bei feuchtem Mörtelbett erfordert sehr viel Erfahrung und sollte deshalb nur von versierten Heimwerkern durchgeführt werden. Schon beim Aufmauern werden die Klinker dabei so in das Mörtelbett gelegt, dass dieser aus den Fugen herausquillt. Der überschüssige Mörtel wird dann mit einer Kelle abgezogen. Dann wartet man einige Zeit, bis der Mörtel beginnt anzuziehen. Mit einem Fugeneisen werden die Fugen so bearbeitet, dass diese ca. 2 mm nach hinten zurückgedrückt werden. Es ist klar , dass man diese Arbeit zügig durchführen muss, da sich der Mörtel nur kurze Zeit auf diese Weise bearbeiten lässt. Zudem hat diese Methode des Klinker verfugen den Nachteil, dass man in der Regel nur graue Fugen herstellen kann. Außer der gesamte zum Mauern erforderliche Mörtel wird eingefärbt, was ziemlich hohe Kosten verursacht.

Welcher Mörtel ist der beste zum Verfugen von Klinker?

  • Am günstigsten ist es wenn man das Verfugen gleich während dem Aufmauern der Klinkersteine durchführt. Diese Arbeit ist allerdings nur Profis zu empfehlen.
  • Wenn Sie den Mörtel zum Verfugen selber anmischen kommen Sie auch recht günstig weg. Sie haben dabei die Möglichkeit den Fugenmörtel mit einer Abtönfarbe einzufärben. Allerdings erfordert das selber Anmischen des Fugenmörtels ebenfalls recht viel Erfahrung, da man das richtige Verhältnis von Zement und Sand genau einhalten muss.
  • An einfachsten für nicht so versierte Heimwerker ist es, eine fertige Fugenmörtelmischung zu kaufen. Diese Mischung brauchen Sie dann nur noch nach Herstellerangabe mit Wasser anrühren. Sie können die fertige Fugenmörtelmischung ebenfalls mit einer Abtönfarbe nach Ihren Wünschen einfärben. Alternativ werden im Fachhandel auch eingefärbte Fugenmörtelmischungen in zahlreichen Farben angeboten, welche nur noch mit Wasser angerührt werden müssen.

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Klinker verfugen mit Mörtel

Im Folgenden wird daher eine Methode zum Klinker verfugen beschrieben, die einfacher auszuführen ist und bei der man die Fugen in der gewünschten Farbe einfach und kostengünstig einfärben kann. Bevor man mit dem eigentlichen Verfugen beginnen kann, müssen einige Vorarbeiten erledigt werden.

Bevor Sie mit dem Klinker verfugen beginnen, sollten Sie das dazu notwendige Werkzeug und Material sorgfältig zusammenstellen:

Werkzeug:

  • kurzes Fugeneisen für die Stoßfugen
  • langes Fugeneisen für die Lagerfugen
  • Fugenblech
  • Hammer und Meisel für hartnäckigen Mörtel in den Fugen
  • Fugenkratzer
  • Rührgerät
  • Zementkübel
  • Malerquast
  • eventuell ein Baugerüst

Material:

  • Fugenmörtel
  • eventuell Abtönfarbe zum Einfärben des Mörtels
  • Wasser zum Anrühren des Mörtels

Klinker Verfugen: Schritt für Schritt Anleitung

  • Zuerst müssen die Fugen zwischen den Klinkersteinen sorgfältig ausgekratzt werden. Dazu verwendet man am besten ein keilförmiges Stück Hartholz, damit man bei dieser Arbeit nicht die Kanten der Klinkersteine beschädigt. Wenn man sehr vorsichtig arbeitet, kann man auch Werkzeuge aus Metall, wie z.B. einen Meißel zum Auskratzen der Fugen verwenden. Beim Arbeiten mit Werkzeugen aus Metall sollte man darauf achten, dass diese in den Fugen nicht verkannten, da die Klinker durch das Werkzeug sehr leicht beschädigt werden können.
  • Die Fugen sollten bis ca. 2 cm tief ausgekratzt werden, damit der Fugenmörtel in den Fugen hält. Nachdem die Klinkerfugen ausgekratzt wurden, müssen die Fugen noch gereinigt werden. Dazu kann man einen Besen oder einen Hochdruckreiniger verwenden. Ein Hochdruckreiniger hat den Vorteil, dass dieser auch lose Mörtelreste vollständig entfernt und zudem das Mauerwerk befeuchtet, so dass man auf ein Vornässen der Wand vor dem Verfugen verzichten kann.
  • Ein Vornässen der Wand muss unbedingt vor dem Klinker verfugen durchgeführt werden, da der Fugenmörtel ansonsten zu schnell trocknet, so dass es zu Rissen in den Fugen kommen kann. Wenn dann im Winter Wasser in die Fugen eindringt, so platzen diese bei Frost aus.

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  • Zum Verfugen der Klinkersteine sollte man als Anfänger fertigen Fugenmörtel verwenden. Diesen rührt man nach Herstellerangabe an. Fugenmörtel wird im Fachhandel in unterschiedlichen Farben angeboten, so dass man sicher eine passende Fugenfarbe findet. Alternativ kann man den Fugenmörtel auch mit speziellen Abtönpigmenten einfärben. Wer Erfahrung beim Anmischen von Mörtel hat, der kann diesen auch aus Zement und Sand selber mischen. Wichtig ist dabei allerdings, dass dabei das erforderliche Mischungsverhältnis eingehalten wird.
  • Das Klinker verfugen wird mit einem Fugenblech und einem Fugeneisen durchgeführt. Dazu gibt man Mörtel auf das Fugenblech und drückt diesen mit dem Fugeneisen in die Fugen. Zum Verfugen verwendet man zwei unterschiedlich lange Fugeneisen. Für die Lagerfugen benötigt man ein langes Fugeneisen, während die kurzen Stoßfugen entsprechend mit einem kurzen Fugeneisen bearbeitet werden. Wichtig bei dieser Arbeit ist, dass die zu verfugende Wand keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
  • Falls die Arbeit im Sommer bei Sonne durchgeführt werden soll, so ist es ratsam mit einer Plane für eine ausreichende Beschattung zu sorgen. Bei Regen solle man das Klinker verfugen besser nicht durchführen, da dieser die frischen Fugen aufweichen und ausspülen kann.

Heimwerker Tipps:

  • Da der Fugenmörtel relativ schnell anzieht, sollte man nur soviel Mörtel anmachen, wie man auch verarbeiten kann.
  • Beim Klinker verfugen sollten Sie darauf achten, dass kein Mörtel auf der Klinkeroberfläche verbleibt, da sich dieser später nur sehr schwer entfernen lässt. Sollte nach dem Verfugen ein Zementschleier auf der Klinkeroberfläche sichtbar sein, so ist der Artikel “Zementschleier entfernen” vielleicht hilfreich.
  • Feuchten Sie die Fugen vor dem Verfugen reichlich mit Wasser an. Insbesondere wenn die Temperaturen hoch sind sollten die Fugen unbedingt feucht sein, da es ansonsten beim Trocknen des Mörtels zu Rissen in den Fugen kommen kann.
  • Bei direkter Sonneneinstrahlung und hoher Temperatur sollten Sie die betreffende Wand durch eine Plane schützen.
  • Bei Regen sollte man das Verfugen von Klinkersteinen besser nicht durchführen, da die Gefahr besteht, das der Mörtel ausgewaschen wird.

Klinker verfugen Kosten:

In der Regel wird das Verfugen bei der Herstellung der Klinkerwand in den Gesamtpreis eingerechnet. Das Verfugen ist eine notwendige Arbeit ohne die das Gewerk unvollständig ist. Man kann in etwa 8-10% der Kosten beim Herstellen einer Klinkerfassade für das Verfugen ansetzen, wenn die Arbeit von einem Fachbetrieb ausgeführt wird. D.h. man kann mit Kosten von 7-9 Euro pro m² für das alleinige Klinker Verfugen kalkulieren. Diese Kosten gelten unter der Prämisse, dass der Fugenmörtel von dem Unternehmen selber gemischt wird. Wird hingegen eine fertige Fugenmörtelmischung verwendet, so liegen die Kosten bei ca. 10,5-11,5 Euro.


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Kosten für das Verfugen einer alten Klinkerfassade:

Falls eine bereits bestehende alte Klinkerwand neu verfugt werden soll, liegen die Kosten allerdings wesentlich höher. Bei einer alten Klinkerfassade sollten Sie mit kosten von ca. 45-55 Euro pro Quadratmeter nur für das Verfugen einkalkulieren. Diese relativ hoch erscheinenden Kosten ergeben sich auf Grund der notwendigen Mehrarbeit. Die Kosten sind zudem von der Fugenhärte und dem Format der Klinkersteine abhängig. Die nachfolgenden Mehrarbeiten müssen bei einer Neuverfugung durchgeführt werden:

  • Entfernen das alten Fugenmaterials aus den Fugen ohne dabei die Klinkersteine zu beschädigen
  • Reinigung der gesamten Fassade mit einem Hochdruckreiniger oder einem Sandstrahlgerät
  • Erneuern der Fugen
  • eventuell Imprägnierung der Klinkerfassade um diese vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Es ist klar das sich diese Mehrarbeiten auf die Kosten beim Verfugen auswirken.

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