Dachschindeln verlegen aus Bitumen und Holz Anleitung:

Dachschindeln verlegen
Dachschindeln verlegen Fotolia.de #115272127 | Urheber: luckat

Ein Gartenhaus das mit Dachschindeln gedeckt ist, sieht optisch wesentlich ansprechender aus, als eine Gartenhütte, auf der nur Dachpappe verlegt ist. Dachschindeln werden im Fachhandel aus Bitumen oder auch aus Holz angeboten. Die Entscheidung für eine Schindelart ist zum Einen Geschmackssache und zum Anderen auch eine Kostenfrage. Bitumenschindeln sind relativ preisgünstig und lassen sich mit etwas Geschick auf dem Dach eines Gartenhauses auch selber verlegen.


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Im Folgenden werden Anleitungen zum Verlegen von Dachschindeln aus Bitumen und Holz gegeben.

Vorbereitung zum Bitumenschindeln verlegen

Vor dem Bitumenschindeln verlegen sollten Sie das dazu notwendige Werkzeug und Material sorgfältig zusammenstellen. Zum Verlegen von Dachschindeln sind die folgenden Werkzeuge und Materialien erforderlich:

Werkzeug:

  • Schlosserhammer
  • Wasserwaage
  • Gerüst oder Bauleiter
  • Winkel
  • Zollstock
  • Cuttermesser
  • Kartuschenpresse

Material:

  • Bitumenschindeln
  • Ortgangbleche
  • Traufbleche
  • Bitumenkleber
  • Vordeckbahnen
  • Dachpappnägel

Die Vordeckbahn / Unterspannbahn verlegen

Bitumenschindeln verlegen: Die Vordeckbahn anbringen
Bitumenschindeln verlegen: Die Vordeckbahn anbringen Fotolia.de #260229730 | Urheber: bildlove

Bevor man mit dem Verlegen der Dachschindeln beginnen kann, müssen auf dem Dach Vordeckbahnen (V13) (Unterspannbahn) verlegt werden. Die Vordeckbahn bietet zusätzlichen Schutz vor Regen und erleichtert das spätere Bitumenschindeln verlegen. Die Vordeckbahnen sollten nur mit so vielen Nägeln gesichert werden, wie unbedingt notwendig. Die Nägel müssen mit der Vordeckbahn bündig abschießen und sollten möglichst senkrecht eingeschlagen werden.


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  • Die Vordeckbahn wird so verlegt, dass diese am unteren Dachrand ca. 5 cm übersteht. Am Dachfirst sollte die Vordeckbahn einen Überstand von mindestens 10 cm haben.
  • Das Verlegen der Vordeckbahnen erfolgt vom unteren Dachrand aus nach oben zum Dachgiebel. Dadurch wird gewährleistet, dass eventuell eindringende Feuchtigkeit über die Vordeckbahn zur Dachrinne hin abgeführt wird.
  • Wichtig ist, das die Vordeckbahnen gerade ausgerichtet sind und keine Falten werfen, da ansonsten das Dachschindeln verlegen sehr erschwert wird.

Die Traufbleche und Ortgangbleche anbringen

Bitumenschindeln verlegen: Traufbleche anbringen
Bitumenschindeln verlegen: Traufbleche anbringen
  • Zuerst werden die Traufbleche an den Traufkanten der beiden Dachhälften angebracht. Hinweis: Bei längeren Dachhälften können die Traufbleche stückchenweise mit einer Überlappung von ca. 5 cm zusammengesetzt werden. Die Traufbleche sollten einen Überstand von mindestens 2 cm zur Dachkante haben, damit das Regenwasser ungehindert zur Dachrinne ablaufen kann. An der Traufe werden die Traufbleche unter der Vordeckbahn mit Dachpappstiften angebracht.
  • Nun werden die Ortgangbleche an der Giebelseite des Daches angebracht. Die Bleche werden mit Haften an dem Dach über der Vordeckbahn montiert.
Ortgangbleche montieren
Ortgangbleche montieren

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Verlegen der Dachschindel – Anfangsreihe

Bevor die Anfangsreihe mit Nägeln befestigt werden kann, muss diese vorbereitet werden. Dazu werden die Zungen der Dachschindeln bis zum Blatteinschnitt abgeschnitten. In der Länge wird die Anfangsreihe um eine halbe Zungenbreite gekürzt, damit diese nicht über der Stoßfuge der ersten Dachschindelreihe liegt.

Dachschindeln verlegen: Nagelschema
Dachschindeln verlegen: Nagelschema

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  • Hinweis zum Nageln der Bitumenschindeln: Wichtig ist, dass die Nägel gerade in die Dachschindeln eingeschlagen werden. die Nagelköpfe müssen bündig zur Schindeloberfläche sein, dürfen allerdings nicht in die Oberfläche eingeschlagen werden. Die Nägel werden prinzipiell ca. 2,5 cm von den Seitenrändern und ca. 2 cm oberhalb des Blatteinschnittes eingeschlagen. Bei einer Dachneigung über 60° müssen die Dachschindeln noch zusätzlich mit einem speziellen Schindelkleber verklebt werden.
  • Die Anfangsreihe wird so verlegt, dass diese die Traufe um ca. 1 cm überragt. Dann wird die erste Schindelreihe bündig mit der Anfangsreihe angebracht. Die erste Reihe wird nicht gekürzt, so dass die Stoßfugen nicht mit denen der Anfangsreihe zusammentreffen.
  • An der zweiten Reihe wird wieder eine halbe Zunge abgeschnitten. Dadurch wird ein Versatz erzielt, welcher die klassische Schindeloptik gewährleistet. Die unteren Enden der Schindelzungen müssen dabei bündig zur Spitze der Blatteinschnitte der vorherigen Schindelreihe sein. Die folgenden Dachschindel- Reihen werden immer so verlegt, dass die Stoßfugen nicht zusammentreffen. An den Dachrändern sollten die Schindeln mit Schindelkleber verklebt werden.
  • Die zweite Dachschindelreihe wird so über die erste Reihe verlegt, dass die Klebestreifen ca. 2-3 cm überdeckt werden. Die Schindeln werden an dem Rand angenagelt.
  • Die folgenden Schindelreihen werden entsprechend dem Klebestreifen und der Markeirungen auf den Schindeln verlegt. Achten Sie dabei, dass jede Schindelreihe um eine halbe Schindelzunge versetzt ist. Zum Annageln verwenden Sie pro Schindel jeweils 2 Nägel. Mehr Nägel sind nicht notwendig, da die Wärme der Sonnenstrahlung die Dachschindeln miteinander verklebt. Die Bitumenschindeln werden auf diese Weise bis zum Dachfirst hin verlegt.

 


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Dachschindeln am First verlegen

Schindeln für den First zuschneiden
Schindeln für den First zuschneiden
  • Die letzte Schindelreihe wird so angebracht, das die Schindelstücke am First beidseitig die obersten Schindelreihen abdecken. Dazu werden die Dachschindeln an den Einschnitten in Stücke geschnitten und in Doppeldeckung am First verlegt. An den Zungen wird dazu ein Dreieck abgeschnitten. Hinweis: Zum Zuschneiden der Bitumenschindeln kann eine Schablone sehr hilfreich sein, da man mit dieser eine gleichmäßige Schindelform erhält.
  • An der Überlappung der Anschlussbleche werden die Dachschindeln mit Schindelkleber verklebt. Der Übergang der Anschlussbleche zur Wand wird mit einer Kappleiste abgedichtet.
  • Die Firstschindeln werden nun quer verlegt. Beim verlegen sollte man darauf achten, dass die Schindeln mit der Hauptwindrichtung verlegt werden. Die Bitumenschindeln werden am First mit einer Überlappung von 15 cm mit jeweils 2 Nägeln festgenagelt.
  • Die Letzte Schindel wird am First mit Schindelkleber angebracht.

Allgemeine Hinweise zum Bitumenschindeln verlegen:

  • Bei steilen Dächern mit einer Dachneigung von über 60° sollen Sie mehrere Nägel zum befestigen der Dachschindeln verwenden. Dabei wird in der Mitte der Zunge ein weiterer Nagel eingeschlagen.
  • Beim Verlegen sollten Sie immer auf die notwendigen Überstände achten. Nur so ist gewährleistet, dass das Dach später wirklich dicht ist.
  • Die einzelnen Schindelbahnen sollten vor dem Verlegen vorbereitet werden, damit eine schnelle Verlegung gewährleistet ist.
  • Achten Sie beim Einschlagen der Nägel darauf, dass diese nicht zu tief eingeschlagen werden. Die Nägel sollten bündig mit den Dachschindeln abschließen und dürfen auch nicht herausstehen.
  • Es ist ratsam den Verlauf der Schindelreihen auf der Vordeckbahn mit Kreise zu markieren.
  • Arbeiten Sie nur bei trockenem Wetter auf dem Dach und verwenden bei der Arbeit Sicherungssysteme wie Gurt und Sicherungseil mit Laufkatze.
  • Stellen Sie sicher, dass die Bauleiter oder das Baugerüst einen sicheren Stand haben.

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Holzschindeln verlegen

Eine Gartenhütte, die mit Dachschindeln aus Holz eingedeckt ist, sieht optisch wesentlich interessanter aus, als ein Gartenhaus auf dem Bitumenschindeln verlegt sind. Allerdings setzt das Verlegen von Holzschindeln wesentlich mehr Erfahrung und handwerkliches Geschick voraus, als das Anbringen von Bitumenschindeln.

Wie schon beim Verlegen von Bitumenschindeln muss man zuerst die Vordeckbahnen anbringen, bevor man die Dachschindeln aus Holz verlegen kann.

Die Hinterlüftung mit Holzlatten herstellen

Holzschindeln verlegen: Längslattung und Querlattung anbringen
Holzschindeln verlegen: Längslattung und Querlattung anbringen

Damit sich keine Feuchtigkeit unter den Holzschindeln ansammeln kann, muss für eine ausreichende Hinterlüftung gesorgt werden. Dazu wird zuerst eine Längslattung und dann eine Querlattung auf dem Dach angebracht.


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Anleitung: Dachschindeln verlegen

Schindeln verlegen
Schindeln verlegen
  • Nachdem die Querlattung angebracht wurde, kann man mit dem Verlegen der Schindeln beginnen. Die Holzschindeln werden von unten beginnend angebracht. Die ersten 3 Schindelreihen bilden die Traufe. Bei der Verwendung von 40 cm langen Dachschindeln wird die erste Reihe auf eine Länge von 20 cm gekürzt, die zweite Reihe wird auf 30 cm abgelängt, die dritte Reihe wird nicht gekürzt.
  • Jede Holzschindel wird mit 2 Nägeln befestigt. Die Nägel dürfen dabei nur im oberen Drittel der Schindeln eingeschlagen werden, wobei der Seitenabstand ca. 1,5 – 2 cm betragen sollte. Alle Schindelreihen werden mit einem Versatz von 3 cm verlegt, so dass die Stoßfugen nicht übereinander liegen. Der Versatz der Schindelreihen ist wichtig, da das Schindeldach ansonsten nicht dicht wird.

Alle Angaben ohne Gewähr!

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