Energetische Sanierung: So gelingt die kostensenkende Modernisierung


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Eine energetische Sanierung stellt neben einer Senkung der laufenden Kosten ebenso die finanzielle Förderung durch mehrere Programme in Aussicht.

Es gibt drei Maßnahmen, die Eigentümer an Gebäuden vornehmen können, um den Zustand zu optimieren: Sanierungen, Renovierungen und Modernisierungen. All diese Aufwendungen sind im Falle einer Vermietung des Gebäudes in vollem Umfang steuerlich absetzbar und werten das Gebäude optisch oder funktionell auf. Dies ermöglicht Vermietern eine Steigerung der Mieten und im Falle einer energetischen Sanierung die Senkung der laufenden Kosten. Personen, die das Wohneigentum zur Eigennutzung halten, können zumindest einen Teilbetrag von der Steuer absetzen und profitieren wie die Vermieter von der Senkung laufender Kosten. Alles in allem stellt die energetische Sanierung eine Fusion aus Sanierung und Modernisierung dar und rückt aufgrund der staatlichen Förderungen zunehmend ins Blickfeld der Immobilieneigentümer.

Welche Maßnahmen sind möglich?

Angesichts mehrerer möglicher Maßnahmen zur energetischen Sanierung lohnt sich ein Blick auf die in Frage kommenden Synergieeffekte durch Kombinationen. Es ergibt sich für jedes Gebäude aufgrund seines aktuellen Zustands ein individuelles Maßnahmenbündel, welches das optimale Verhältnis von Kosten und Nutzen aufweist. Zum besseren Verständnis ist zunächst eine Auswahl einzelner möglicher Maßnahmen aufgeführt:

  • Fenstersanierung
  • Dämmung
  • Heizungssanierung
  • Solarthermie

Fenstersanierung

Neue Fenster sind in der Lage, Wärme effektiver zu halten und die laufenden Kosten auf diesem Wege zu senken. Hierzu führen Händler bzw. Anbieter für Fenster spezielle Produkte auf, die durch eine hohe Anzahl an Mitteldichtungen und Mehrkammern sowie ausgeprägte Bautiefen speziell dem Zweck der Energieeinsparung dienen. Überdies beinhalten die entsprechenden Produkte einen hochwirksamen Schallschutz.

Dämmung

Eine energetische Sanierung ist durch eine Dämmung des Daches, der Außenwände, der Kellerwände sowie der Kellerdecken möglich. Werden Baustoffe mit hoher Rohdichteklasse eingesetzt, so entsteht daraus eine effiziente Wärmespeicherung. Dies sorgt dafür, dass weniger Energieaufwand von Innen notwendig ist. Dabei sind insbesondere die Wohnräume ein Grund für hohe Heizkosten, falls keine ausreichende Dämmung der Außenwände und Dächer des Gebäudes gegeben ist. Im Keller ist eine optimierte Dämmung dahingehend ratsam, als dass sie Schimmelbildungen vorbeugt.

Heizungssanierung

Es existieren Modelle der Heizungssanierung, die einerseits die Heizkosten senken und andererseits umweltfreundlich sind. Dazu gehört die Strahlungsheizung, die durch Wärmestrahlung in Form von Infrarotstrahlern Wärme direkt abgibt. So ist zum einen eine schnelle Versorgung der Räumlichkeiten mit Wärme möglich. Zum anderen kommt hierbei eine geringere Umwälzung der Luft zustande, was Bewohnern den Aufenthalt sowie die Luftzusammensetzung behaglicher macht.

Solarthermie

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Solaranlagen gehört die Zukunft. Sie wandeln Sonnenenergie in Wärmeenergie um und sind sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch vorteilhaft.

Mithilfe der Solarthermie wird Sonnenenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Diese steht anstelle anderer Quellen der Wärmeenergie zur Verfügung, wobei sie Ersparnisse gegenüber der elektrischen Stromzufuhr mit sich bringt. Die Verursachung eines elektrischen gesundheits- sowie umweltschädigenden Smogs bleibt aus.

Lohnt sich eine energetische Sanierung?

Ob sich eine energetische Sanierung lohnt, ist am besten mit einem Fachmann zu erörtern. Hierzu informiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf seiner Website. Da die empfohlenen Maßnahmen und deren Kombination einen individuellen Sanierungsplan erfordern, legt das Bundesministerium einen qualifizierten Energieberater nahe, für den die Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude die Beratungskosten mit 60 % übernimmt. Ein professioneller und individueller Sanierungsplan sorgt dafür, dass der Nutzen der energetischen Sanierung die anfallenden Kosten für deren Durchführung übertrifft.

Vor- und Nachteile einer energetischen Sanierung

Die energetische Sanierung liefert bei einer korrekten Durchführung nur Vorteile; korrekt meint hierbei, dass die Beratung vor Ort erfolgt, eine individuelle fachgerechte Planung durchgeführt wird und eine Umsetzung durch Experten stattfindet. Da ein erheblicher Anteil der energetischen Sanierungen in Eigenregie erfolgt, ergeben sich falsch ausgewählte bzw. falsch kombinierte Maßnahmen. Dies trägt zu höheren Kosten als Nutzen bei.
Bei einer Durchführung mit Energieberatern und Fachleuten treten ausschließlich Vorteile zutage:

  • Senkung der Heizkosten
  • Steigerung des Wohnkomforts
  • Anstieg des Immobilienwerts
  • Vorsorge für einen kostensparenden Ruhestand
  • Schonung der Umwelt und des Klimas

Mit Förderungen finanziellen Aufwand der Maßnahmen mindern

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Eine Menge untereinander kombinierbarer Förderprogramme schafft finanzielle Unterstützung bei Maßnahmen zur energetischen Sanierung.

Im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen gibt es vier populäre Programme. Drei entstammen der KfW-Bank (Kredit für Wiederaufbau), während das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit einem Programm vertreten ist.

Kredit 151 für energieeffizientes Sanieren

Die KfW hat feste Standards definiert, wozu das KfW-Energieeffizienzhaus gehört. Bei Erfüllung der dafür vorgesehenen Standards stehen Förderkredite im Rahmen von bis zu 100.000 € in Aussicht. Näheres dazu ist auf der entsprechenden Webseite der KfW zu lesen. Neben dem KfW-Effizienzhaus werden Einzelmaßnahmen mit Kreditbeträgen von bis zu 50.000 € gefördert.

Investitionszuschuss 430 für energieeffizientes Sanieren

Im Wesentlichen liegen dieselben Konditionen wie beim Kredit 151 der KfW vor.. Da es sich hierbei um einen Zuschuss handelt, muss der erhaltene Betrag nicht zurückgezahlt werden. Ob es der Einbau einer Lüftungsanlage, die Erneuerung der Fenster und Ausgangstüren oder anderweitige Maßnahmen sind: Mit dem Investitionszuschuss 430 sind bis zu 30.000 € Zuschuss möglich.

Zuschuss Brennstoffzelle 433 für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Der Einbau einer Brennstoffzelle in neue oder bestehende Gebäude wird mit einem Zuschuss von bis zu 28.200 € gefördert. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch Nichtwohngebäude. Bei dem Einbau mehrerer Brennstoffzellen erhöht sich die Zuschusssumme proportional zur Anzahl der Brennstoffzellen. Eine zentrale Voraussetzung ist, dass sich die stationären Brennstoffzellen im Rahmen der Leistungsklassen von 0,25 und 5,0 Kilowatt elektrischer Leistung befinden.

Marktanreizprogramm

Das Marktanreizprogramm des BAFA sieht eine Förderung jeder Solarthermieanlage mit mindestens 2.000 € vor, sofern diese Heizzwecken dient. Zudem werden Biomasseanlagen mit mindestens 3.500 € gefördert. Beim Einbau einer Wärmepumpe mit Erdsonde steht der Erhalt von 4.500 € oder mehr in Aussicht. Bei Kombinationen mehrerer der genannten Komponenten erhöht sich die Förderungssumme.

Fazit: Kosten senken durch professionelle energetische Sanierung und Förderprogramme

Wird eine energetische Sanierung von Beginn an professionell unter Mithilfe von Energieberatern und Experten begangen, dann übersteigt mit der Zeit der Nutzen die Kosten. So wird die Modernisierung zu einem für Immobilieneigentümer lohnenden Investment. Mehrere staatliche Förderprogramme liefern Chancen zu Kostenersparnissen. Die Förderprogramme lassen sich zur maximalen Ausnutzung der Vorteile untereinander kombinieren. Hierzu beraten Fachleute ebenfalls bei Aufnahme der Bestrebungen zur energetischen Sanierung.