Anleitung: Ofenrohr abdichten

Ofenrohr abdichten
Ofenrohr abdichten: Bild von Dieter Ludwig Scharnagl auf Pixabay

Das Heizen mit Heizkaminen bzw. Schwedenöfen ist in den letzten Jahren wieder sehr populär geworden. Viele Baumärkte bieten diese Öfen inclusive Ofenrohere für Heimwerker zur Selbstmontage an. Wichtig beim Aufstellen eines Kaminofens ist, dass das Ofenrohr abdichten sehr sorgfältig durchgeführt wird, da ansonsten giftige Rauchgase in den Raum gelangen können. Bevor man sich einen Holzofen kauft, sollte man sich vorher beim zuständigen Schornsteinfeger erkundigen, ob es überhaupt möglich ist, einen Kaminofen anzuschließen.


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Wenn man den Kaminofen selber aufstellt und auch das Ofenrohre Abdichten selber macht, muss man den Ofen bzw. den Anschluss der Rauchrohre von dem zuständigen Schornsteinfeger prüfen und abnehmen lassen. Das Ofenrohr stellt die Verbindung des Ofens mit dem Kamin her und ist somit ein zentrales Stück der Rauchgasanlage.

Anleitung: Ofenrohr abdichten

Das Ofenrohr sollte niemals direkt durch die Kaminmauer geführt werden, da dieses sich bei großer Hitze ausdehnt und es deshalb zu Rissen in der Mauer bzw. dem Putz kommen kann. Zum Ofenrohre Abdichten werden die Rauchrohre deshalb durch ein sogenanntes Wandfutter zum Schornstein geführt. Im Fachhandel werden unterschiedliche Wandfutter für einwandige und doppelwandige Schornsteine angeboten. Damit es beim Ofenrohr abdichten nicht zu Problemen kommt, solle man schon beim Kauf des Rauchrohres darauf achten, dass dieses auch genau zum Wandfutter passt. Dass Wandfutter wird in die Wand durch einen Wanddurchbruch eingeführt und mit einer speziellen Ofendämmwolle abgedichtet und dann mit Putz verputzt.


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Wenn zwischen Ofenrohr und Wandfutter ein kleiner Spalt ist, so kann man diesen mit einer speziellen Kamindichtschnur abdichten, in dem diese zwischen Wandfutter und Rauchrohr gepresst wird. Auch die Ofenrohre untereinander und die Verbindung zum Ofen muss dicht sein, denn Leckstellen führen nicht nur dazu, dass Rauch in den Raum gelangt, sondern verschlechtern auch den Zug des Schornsteins. Neben einer Dichtschnur wird im Fachhandel auch ein spezielles hitzebeständiges Silikon zum Ofenroher abdichten angeboten, dass auch bei hohe Temperaturen elastisch bleibt. Hinweis: Herkömmliches Sanitär-Silikon ist zum Ofenrohr abdichten absolut ungeeignet, da dieses nicht hitzebeständig ist. Alle Angaben ohne Gewähr!

Materialien zum Ofenrohr abdichten

Keramisches Dichtband

Am Besten eignen sich keramische Dichtbänder zum Abdichten von Ofenrohren. Das Dichtband wird in den Zwischenraum zwischen den Rohren eingebracht. Die Dichtbänder sind meistens selbstklebend und können einer Temperatur von über 500° Celsius Stand halten.

Glasfaserdichtband

Alternativ können Sie auch ein spezielles Glasfaserdichtband zum Abdichten der Rauchrohre verwenden. Diese Dichtbänder werden im Fachhandel in einer Stärke von ca. 2 mm angeboten. Die Rohre werden nicht miteinander verklebt, sondern nur ineinandergesteckt und der Zwischenraum wird mit dem Glasfaserdichtband abgedichtet. Der Vorteil dieser Abdichtung ist, dass sich die Rauchrohre zur Reinigung leicht demontieren lassen.

Hitzebeständiges Silikon

Auch hitzebeständiges Silikon ist zum Ofenrohr abdichten geeignet. Allerdings werden die Rauchrohre durch das Silikon miteinander verklebt. Eine Demontage der Rohre zur Reinigung ist daher nicht immer problemlos möglich. Nach der Demontage müssen die Silikonreste sorgfältig entfernt werden, bevor Sie die Rauchrohre wieder abdichten können.

Wie dichtet man alte, löchrige Ofenrohre ab?

Theoretisch ist es zwar möglich alte löchrige Rauchrohre mit einem speziellen temperaturbeständigen Klebeband von außen abzudichten. Dies ist allerdings keine dauerhafte Lösung des Problems. Zudem erlischt die Feuerstättenbetriebserlaubnis spätestens nach dem Besuch des Schornsteinfegers. Auch ein Löten der Löcher mit Lötzinn ist keine Lösung, da das Zinn schon ei einer Temperatur von unter 150° Celsius schmilzt und die Löcher wieder offen sind. Alte Ofenrohre mit Löchern sollten Sie daher so schnell wie möglich gegen neue Rohre austauschen. Dies ist die einzige Möglichkeit um dauerhaft und gefahrlos einen Kaminofen zu betreiben.

 

Einen neuen Kaminofen aufstellen und die Ofenrohre abdichten

 

1. Den Kaminofen aufstellen

Als Erstes stellen Sie den Kaminofen an einer geeigneten Stelle im Raum auf. Der Ofen sollte sich in der Nähe des Kamins befinden. Wichtig ist dabei, dass sich in der Nähe des Ofens keine brennbaren Bauteile oder Gegenstände befinden.  Falls der Boden aus Holz, Laminat oder ähnlichen nicht feuerfesten Materialien besteht, so sollten Sie den Ofen unbedingt auf eine spezielle Ofenunterlage stellen. Fügen Sie nun alle Bauteile probeweise zusammen, um zu sehen ob alles wie gewünscht passt.

2. Den Wanddurchbruch für die Wandmuffe herstellen

Markieren Sie am Kamin, die Stelle an der die Wandmuffe eingelassen werden soll. Dazu halten Sie die Wandmuffe an der entsprechenden Stelle an die Wand und zeichnen die Position mit einem Bleistift an. Mit einem Bohrhammer stellen Sie nun den Wanddurchbruch her. Der Wanddurchbruch sollte etwas größer sein als der Durchmesser der Wandmuffe, damit Sie diese später noch abdichten und einmauern können.

3. Die Wandmuffe abdichten und einmauern

Nun setzen Sie die Wandmuffe ein und füllen den Zwischenraum mit hitzebeständiger Dämmwolle aus. Achten Sie darauf, dass das Futter der Wandmuffe nicht in den Kaminzug hineinragt, da ansonsten der Rauchabzug gestört werden kann. Anschließend mauern Sie die Wandmuffe mit feuerfestem Mörtel ein. Schieben Sie nun die Rosette über die Wandmuffe.

4. Den Ofen mit den Ofenrohren verbinden und abdichten

Nach dem Aushärten des Mörtels können Sie den Ofen mit den Ofenrohren und dem Kamin verbinden. Stecken Sie dazu die Rohre zusammen und dichten die Ofenrohre mit einem speziellen Ofendichtband ab. Die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Ofenrohr abdichten sind oben beschrieben,

5. Die Abnahme durch den Schornsteinfeger

Bevor Sie den Kaminofen in Betrieb nehmen dürfen muss dieser von einem Schornsteinfeger abgenommen werden. Diese Abnahme ist gesetzlich vorgeschrieben. Hinweis: Der Ofen darf vor der Abnahme durch den Schornsteinfeger nicht in Betrieb genommen werden.

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