Edelstahl löten: in 5 Schritten zum Erfolg

Edelstahl löten
Edelstahl löten Fotolia.de #187683420 | Urheber: sveta

Das Edelstahl löten ist nicht ganz so einfach wie das Löten von Kupferrohr, trotzdem kann man dieses Metall mit der richtigen Anleitung durchaus problemlos weich- und hartlöten. Nachfolgend wird ausführlich Schrittweise beschrieben wie man V2A – Stahl weich-löten kann.Der Unterschied zwischen dem Hartlöten und dem Weichlöten ist die Löttemperatur. Werden Arbeitstemperaturen unter 450° Celsius zum Löten verwendet, so spricht man vom Weichlöten. Liegt die Arbeitstemperatur über 450° Celsius, so spricht man vom Hartlöten. In der Regel werden zum Weichlöten Temperaturen von 200-250° Celsius verwendet.


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Besonderheiten beim Edelstahl Löten

Leider sind viele Handwerker immer noch der Meinung, dass Edelstahl schwer lötbar ist. Diese Meinung ist daraus entstanden, dass zum Edelstahl Löten die selben Lote und Flussmittel verwendet wurden, die auch zum Weichlöten von Kupfer und Zink eingesetzt werden. Diese Lote und Flussmittel sind zum Weichlöten von V2A-Stahl ungeeignet.

Zum Weichlöten von Edelstahl darf nur ein Flussmittel auf Phosphorsäure-Basis nach DIN EN 29454-1 verwendet werden. Salzsäure oder chloridhaltige Lötwasser dürfen zum Löten von V2A Stahl in keinem Fall verwendet werden, da diese Flussmittel zur Verfärbung der Oberfläche führen und zudem die Korrosionsbeständigkeit der Edelstahls beeinträchtigen.

 

Materialien und Werkzeuge zum Löten von Edelstahl

1. Der Lötkolben

elektrischer Hammerlötkolben zum Edelstahl Löten
elektrischer Hammerlötkolben

Zum Weichlöten von V2A Stahl sollte man einen standardmäßigen Gas- oder elektrisch betriebenen Hammer-Lötkolben verwenden, der auch von den meisten Klempnern eingesetzt wird. Diese Art von Lötkolben wird zum Löten von Blechen und Rohren verwendet. Falls man beabsichtigt, kleinere Werkstücke miteinander zu verbinden, so kann man auch einen herkömmlichen Lötkolben mit Lötspitze verwenden.

Wichtig ist, dass der Lötkolben eine ausreichende Leistung bringt, um den Edelstahl verlöten zu können. Die Leistung bei Gaslötkolben lässt sich durch die Einstellung der Flamme regulieren. Bei einigen elektrischen Lötkolben lässt sich die Löttemperatur ebenfalls regulieren.


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2. Das Lötzinn

Stangen Lötzinn 30% S-Pb 70 SN 30
Stangen Lötzinn 30% S-Pb 70 SN 30

Zum Weichlöten von Blechen wird in der Regel Stangenlötzinn 30% S-Pb 70 SN 30 nach DIN EN 29453 verwendet. Für den Fall das kleinere Werkstücke miteinander verlötet werden sollen, so kann man auch Rollen-Lötzinn der selben Spezifikation verwenden. Dieses Lot gewährleistet eine optimale Spaltfüllung und eine gute Festigkeit der Verbindung. Die Arbeitstemperatur dieses Lots liegt bei 250° Celsius und gewährleistet ein gutes Fließverhalten und eine gute Benetzung. Wenn aus optischen Gründen erforderlich ist, dass die Lötnaht einem verzinnten Edelstahl gleichen soll, so sollte man 99,99% Lötzinn verwenden.

3. Das Flussmittel

Flussmittel zum Weichlöten von Edelstahl
Flussmittel zum Weichlöten von Edelstahl

Zum Edelstahl Löten benötigt man unbedingt ein geeignetes Flussmittel. Herkömmliche Lötwasser auf Salzsäure- oder Chlorbasis sind vollkommen ungeeignet. Zum Weichlösten von Edelstahl darf nur ein Flussmittel auf Phosphorsäurebasis mit der Spezifikation DIN EN 29454-1 verwendet werden. Alternativ werden im Fachhandel auch Weichlote mit Flussmittelfüllung angeboten, welche sich zum Löten von Edelstahl eignen.

Schritt für Schritt Anleitung

  1. Die Edelstahloberfläche muss absolut sauber und fettfrei sein. Sämtliche Verunreinigungen müssen vor dem Löten beseitigt werden. Hinweis: Falls man die Oberfläche durch abstrahlen reinigen möchte, so sollte man bei der Arbeit sehr vorsichtig sein und nicht Zuviel Material abtragen, da eine angegriffene Oberfläche die Haftung des Lotes beeinträchtigen. Besser ist eine schonende Reinigung der Edelstahloberfläche.
  2. Nun wird das Flussmittel mit einem Pinsel möglichst sparsam aufgetragen. Dabei sollte man darauf achten, dass kein Flussmittel außerhalb der zu lötenden Werkstücke gelangt.
  3. Anschließen wird der Lötkolben auf die erforderliche Betriebstemperatur gebracht. Die Lötfläche des Lötkolbens sollte nun verzinnt werden. Hinweis: es ist nicht notwendig das gesamte Kupferstück des Lötkolbens zu verzinnen. Wichtig ist, dass der Lötkolben nicht zu Heiß eingestellt wird. Es darf in keinem Fall zu einer Blasenbildung auf der Oberfläche kommen.
  4. Jetzt kann man die Lötnaht herstellen. Bei dünnen Blechen bis 0,5mm Stärke sollte die Lötnahtüberdeckung 10-max. 20 mm betragen um in der Waagrechten eine Lötnahtbreite von 10 mm und in der Senkrechten eine Lötnahtbreite von 5 mm zu gewährleisten. Das Edelstahl Löten sollte man in 2 Aufträgen durchführen. Der erste Auftrag wird glatt ausgeführt, damit gewährleistet ist, dass das Lötzinn in den Spalt eindringen kann. Der zweite Lötzinnauftrag wird geriffelt bzw. gekreuzt ausgeführt, damit die Verbindung die notwendige mechanische Festigkeit erhält.
  5. Nach dem Löten müssen die Flussmittelreste unbedingt von der Edelstahloberfläche entfernt werden. Dazu sprüht man die Fläche mit einer herkömmlichen Blumenspritze, welche mit Wasser gefüllt wird, ein. Anschließend reibt man die Oberfläche mit einem Lappen ab. Hinweis: Falls man zum Reinigen Geschirrspülmittel verwendet, so ist darauf zu achten, dass diese keine Chloride enthält, da ansonsten die Edelstahloberfläche angegriffen wird.

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Faktoren welche die Qualität beim Edelstahl Löten beeinflussen:

  • Die Sauberkeit der zu verbindenden Werkstücke
  • Die Art des Edelstahls
  • Die Verwendung des richtigen Flussmittels
  • Die Beschaffenheit und die Sauberkeit des Lötkolbens
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