Vertikutieren von Hand: So geht’s

Kein einziger Rasen ist vor Unkraut und Moos gefeit. Mit einem motorisierten Vertikutierer können die Grünflächen zwar komfortabel vom Rasenfilz befreit werden, jedoch sind diese Geräte sehr wohl überdimensioniert, wenn es um kleinere Rasenflächen geht. Hier muss man nicht auf ein teures Gerät zurückgreifen, sondern kann auch mit der Hand vertikutieren.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt?

Geht es um den richtigen Zeitpunkt, so spielt es überhaupt keine Rolle, ob mit einem Benzin- oder Elektrovertikutierer gearbeitet oder mit der Hand vertikutiert wird. Idealerweise wird im April oder im Mai vertikutiert. Dies deshalb, weil die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass die Temperatur ab April noch einmal unter 8 Grad fällt. Zu beachten ist jedoch, dass es in den letzten beiden Tagen nicht geregnet hat. In diesem Fall muss die Arbeit verschoben werden.

Mit der Hand vertikutieren

Entscheidet man sich für einen Handvertikutierer, so verzichtet man auf die rotierenden Messerwalzen, die charakteristisch für die motorisierte Variante sind. Bei dem Handvertikutierer handelt es sich um eine Konstruktion, deren Basis eine Reihe starrer Stahlmesser ist, die sich entlang einer Achse befindet, die zwischen den Rädern zu sehen ist. Die Klingen dringen, abhängig vom ausgeübten Druck, unterschiedlich tief in die Grasnarbe ein, sodass der Rasenfilz ausgekämmt wird.

Tipps und Tricks

10 bis 14 Tage zuvor den Rasen mähen – dabei sollte die Halmhöhe von 4 cm nicht unterschritten werden! Am Tag des Vertikutierens nochmals den Rasen mähen – die Halmhöhe kann nun auf 2 cm gekürzt werden. Wichtig ist, dass der Handvertikutierer in Bahnen und zudem etappenweise durch die Grasnarbe gezogen wird. Zudem sollte man immer wieder pausieren und das Schnittgut entfernen. Der Druck sollte an die Stärke des Moosbesatzes angepasst werden – gibt es nur wenig Moosbefall, so muss auch nicht so viel Druck ausgeübt werden.

Zu Beginn ist es ratsam, wenn der Rasen in Längsrichtung vertikutiert wird – in weiterer Folge folgt das Vertikutieren in Querrichtung. Damit auch das letzte Unkraut wie Moos vom Rasen entfernt werden kann, sollte nach dem Vertikutieren abermals der Rasen gemäht werden. Stellt man fest, dass der Handvertikutierer nicht mehr so scharf wie zu Beginn ist, so kann man die Messerwalzen mit einer Schleif-Feile schärfen.

Wie gelangt man zum perfekten Ergebnis?

Der größte Vorteil, wenn man sich für das Vertikutieren per Hand entscheidet? Man schont die Grasnarbe. Auch wenn der Rasen nach dem Vertikutieren etwas „zerzaust“ aussieht, so wirkt er wesentlich erholter als nach einer Behandlung mit einem motorisierten Vertikutierer. Dennoch sind kahle Stellen möglich, die unbedingt behandelt werden müssen: Frische Samen helfen dabei, dass sich der Rasen wieder erholt – einfach auf den gesamten Rasen ausstreuen (oder nur auf die kahlen Stahlen), danach mit Humus oder einem Mix aus Gartenerde und Sand bedecken und beregnen lassen, sodass der Boden feucht bleibt. Wichtig ist, dass der Teil des Rasens nun für mehrere Wochen nicht betreten wird.

Wie oft muss man den Rasen vertikutieren?

Optimalerweise vertikutiert man zwei Mal pro Jahr: Das erste Mal etwa eine Woche, nach dem man zum ersten Mal den Rasen gemäht hat, das zweite Mal im Herbst, wenn der Rasen nicht mehr weiter wächst. Das Gras kann sodann in weiterer Folge wieder atmen. Eine Arbeit, die für ein auf Dauer vorteilhaftes Bodenklima sorgt.

 

 

 

Bilder:
https://pixabay.com/de/rechen-garten-arbeit-gartenarbeit-3701036/
https://pixabay.com/de/gras-wiese-rasen-gr%C3%BCn-natur-1088114/