Haushaltsgeräten ein längeres Leben schenken

Ein Leben ohne Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine ist heute kaum mehr vorstellbar. Auch weitere Haushaltsgroßgeräte wie Kühlschrank und Backofen gehören zur obligatorischen Einrichtung der meisten Häuser und Wohnungen.

Gemeinsam mit den großen Elektrogeräten ziehen jedoch Zweifel hinsichtlich deren Lebensdauer und Haltbarkeit ein. Schon länger stören sich Verbraucher und Verbraucherschützer an den immer kürzeren Lebenszyklen großer Haushaltsgeräte. Wer clever vorgeht, kann das Leben der eigenen Geräte jedoch deutlich verlängern und spart sich so eine teure Neuanschaffung. 

Heiß diskutiert: Haushaltsgeräte und die Haltbarkeit

Experten sehen die immer kürzer werdende Lebensdauer zahlreicher Elektrogeräte kritisch. Hier ist ein klarer Unterschied zu den Geräten zu erkennen, die noch vor einigen Jahren auf den Markt kamen. Während alte Haushaltsgeräte im Schnitt länger hielten und über viele Jahre hinweg einen soliden Dienst leisteten, sind moderne Modelle oft schon vor ihrem fünften Nutzungsjahr defekt. Das hat auch das Umweltbundesamt festgestellt. Lag die Quote der Geräte, die noch vor dem fünften Jahr defekt waren, 2004 bei 3,5 Prozent, wuchs sie bis 2013 auf ganze 8,3 Prozent an.

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Haushaltsgeräte gehen immer früher kaputt. (Quelle: jarmoluk CCO-Lizenz (pixabay.com)

Die Vermutung, dass Hersteller bewusst Mängel einbauen, um die Lebensdauer der Haushaltsgeräte zu verringern, konnte bisher nicht vollkommen bewiesen werden. Fachleute sehen den Ursprung der Problematik eher in der immer schnelllebigeren Welt, bei der technologischer Fortschritt eine wichtige Rolle spielt. „Vielmehr kalkulieren Hersteller mit einer bestimmten Produktlebensdauer, die sich auch nach Zielgruppen, Einsatzbereichen und Produktzyklen richtet.“ (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/elektrogeraete-werden-immer-kuerzer-genutzt) So ist nicht nur das Smartphone ein Produkt, das immer früher gegen neue Modelle mit moderneren Funktionen ersetzt wird. Immer häufiger ersetzen Verbraucher auch Haushaltsgeräte gegen moderne Alternativen, bevor die Lebensdauer ausgeschöpft ist.

Die Hersteller bemerken die sinkende Nutzungsdauer und passen ihre Arbeit entsprechend an. Umfangreiche Tests und Bauteile, die eine lange Lebensdauer ermöglichen würden, sind hier nicht mehr eingeplant. Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind Verbraucher, die ihre Elektrogeräte nicht schon nach wenigen Jahren ersetzen wollen. Sie wissen beim Kauf nicht, welche Lebensdauer ein bestimmtes  Gerät voraussichtlich haben wird und können nur hoffen.

Gute Pflege ist das A und O

Den eigenen Haushaltsgeräten ein längeres Leben zu schenken, beginnt schon mit der regelmäßigen Pflege. Werden Waschmaschine, Backofen und Co. schlecht behandelt, so ist ihre Leistungsfähigkeit deutlich früher erschöpft als bei guter Pflege und Wartung. Dies bezieht sich vor allem auf Vorgänge, bei denen die Reinigung der Geräte im Vordergrund steht.

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Gut gepflegt halten Waschmaschine und Co. deutlich länger. (Quelle: bierfritze CCO-Lizenz ( pixabay.com)

So sollten alle Gummidichtungen an Haushaltsgeräten regelmäßig überprüft und gereinigt werden. Mögliche Verschmutzungen könnten die weiche Struktur sonst angreifen und ein Reißen der Dichtungen verursachen. Damit Gummidichtungen flexibel und geschmeidig bleiben, hilft auf regelmäßiges Einreiben mit handelsüblichem Glyzerin. Besonders wichtig ist die Pflege der Dichtungen bei Geräten wie

  • Waschmaschine,
  • Kühlschrank,
  • Spülmaschine
  • und Tiefkühltruhe.

Außerdem wichtig für eine längere Lebensdauer ist das regelmäßige und gründliche Reinigen von Sieben und Auffangbehältern, wie sie beispielsweise beim Trockner oder der Spülmaschine zu finden sind. Setzen sich Flusensieb oder auch Speisesieb zu, kann dies die Leistungsfähigkeit des Gerätes so stark beeinträchtigen, dass nach kurzer Zeit ein Defekt entsteht. Auch der Zwischenraum, der im Dichtungsgummi der meisten Waschmaschinen zu sehen ist, muss regelmäßig kontrolliert werden. Kleinere Gegenstände wie Schrauben, Münzen oder auch Haarnadeln, die sich hier sammeln, stellen ein großes Risiko für die Unversehrtheit der Maschine dar.

Wer zusätzlich Spülmaschine und Waschmaschine regelmäßig mit einem geeigneten Reiniger leer laufen lässt, sorgt auch für die Sauberkeit schwer erreichbarer Leitungen und Zwischenräume. Ist das Wasser im Wohnort recht kalkhaltig, sollten auch spezielle Wasserenthärter genutzt werden. Sie verhindern ein Ablagern von Kalk an Schläuchen und Dichtungen, weswegen diese weniger wahrscheinlich reißen oder aufplatzen.

Defektes nicht gleich wegwerfen

Trotz guter Pflege und Wartung kann es gelegentlich zu größeren oder kleineren Defekten kommen.  Oft ist schnell klar, welche Bauteile innerhalb der Elektrogeräte kaputt sind. Dreht sich beispielsweise die Trommel der Waschmaschine nicht mehr, so kann ein Austausch des Keilriemens dieses Problem beheben und wird der Trockner nicht mehr warm, sorgt ein neuer Temperaturfühler für Abhilfe. Findige Heimwerker sollten daher die Ursache eines Defektes zunächst selbst herausfinden und nach Reparaturmöglichkeiten suchen. Ist das Teil, das den Defekt ausgelöst hat, gefunden, so kann es im besten Fall ausgetauscht werden. Wer Ersatzteile für Haushaltsgeräte  bestellen möchte, sollte dabei auf die korrekte Typennummer achten. Jedes Gerät verfügt über eine solche Nummer, die zumeist aus Zahlen und Buchstaben besteht. So gehen Heimwerker sicher, auch wirklich das korrekte Ersatzteil zu beziehen, das für den Einbau im eigenen Haushaltsgerät geeignet ist.

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Wer selbst repariert, schützt auch die Umwelt. (Quelle: Alexas_Fotos CCO-Lizenz ( pixabay.com)

Die Vorteile einer selbst durchgeführten Reparatur liegen auf der Hand. Nicht nur lassen sich hierdurch die teuren Kosten einer Neuanschaffung sparen, denn auch die Umwelt profitiert. Wer sich im eigenen Haushalt mit Recycling  beschäftigt und auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz achtet, wird auch eine Reparatur defekter Haushaltsgeräte gerne in Betracht ziehen. So lässt sich das jährliche Vorkommen an Elektroschrott in Deutschland verringern. Dieses lag laut einer Statistik im Jahr 2005 bei ganzen 800.000 Tonnen Schrott in Form von Haushaltsgroßgeräten und 55.000 Tonnen Schrott aus  Haushaltskleingeräten.

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