Glasbruch – was tun?

Manchmal ist es Hagelschlag, manchmal ein Missgeschick und manchmal ein tobendes Kind. Glas in jeglicher Variante zerbricht zu den ungünstigsten Zeiten und jeder fragt sich, was nun zu tun ist. Gerade Fensterscheiben oder die Scheiben von Terrassen- und Balkontüren stellen ein gravierendes Problem dar. Immerhin halten sie nicht nur das Wetter fern von den Innenräumen, sie schützen das Heim auch vor unbefugten Eintritten. Zerbricht ein Dachfenster, reicht ein einziger Regenguss, um ernsthaften Schaden anzurichten. Weniger dramatisch ist der Glasbruch bei Türen in den Innenräumen, doch auch hier ist der Schaden ärgerlich. Aber was können Betroffene machen? Gibt es Möglichkeiten, den Schaden fix selbst zu beheben und wann geht kein Weg an einem Glaser oder der Notverglasung vorbei? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Abbildung 1: Glasbruch ist ärgerlich und stellt Betroffene vor Probleme.

Welche Arbeiten können Betroffene selbst erledigen?

Wenn eine Scheibe eingeschlagen wird oder klirrend aus dem Rahmen fällt, haben Betroffene zuerst einmal eine Aufgabe: Die Scherben beseitigen. Das ist immer die wichtigste Aufgabe, denn von jeder Scherbe geht eine gravierende Gefahr aus. Betroffene sollten das Gröbste zusammenfegen, dann aber den Staubsauger zur Hand nehmen und im Anschluss feucht wischen, um auch die letzten Minischerben und Splitter zu erwischen. Hier reicht es übrigens nicht, einzig eine Hälfte vom Raum zu reinigen. Wer Katzen hat, die gerne mal Blumentöpfe hinunterwerfen, der kennt das Problem: Scherben rutschen gerade auf Fliesen und Laminat bis in die hinterste Ecke des Raumes. Ist dies geschafft, kann überlegt werden, ob eine Erstreparatur selbst erledigt werden kann. Das ist in einigen Fällen möglich:

  • Unzugängliche Fenster – befindet sich ein Loch in einer Scheibe eines recht unzugänglichen Fensters oder ist die Scheibe vollständig draußen, kann der Schaden bis zur Reparatur mitunter abgedeckt werden. Gerade bei Fenstern, die nicht auf der Wetterseite des Hauses liegen, reichen eine dicke Plastikplane und viel Klebeband. Als Planen eignen sich mitunter feste Schrumpfhauben aus dem Baumarkt. Die Lösung ist natürlich nur dazu gedacht, das Fenster bis zum Austausch abzudichten.
  • Innentüren – bei Türen mit Glaseinsätzen kann jeder selbst entscheiden, was gemacht wird. Hier gibt es eine Einbruchsgefahr und die Scheibe dient überwiegend der Optik. Bei kleineren, doppelseitigen Glaseinsätzen braucht die defekte Scheibe häufig nicht einmal ersetzt werden – sofern es einen selbst nicht stört.
  • Risse/kleine Einschläge – oftmals bricht eine Scheibe gar nicht vollständig, sondern bildet nur einen Riss. Bei Innentüren kann der Riss mit einer Knoblauchzehe bestrichen werden und er verschwindet optisch. Die Stabilität der Scheibe ist natürlich weiterhin geschwächt. Größere Risse lassen sich wunderbar mit Klebeband stabilisieren. Für Innentüren gibt es zudem Reparaturkits, die ähnlich einer Steinschlagreparatur mit Kunstharz den Riss ausfüllen.

Bei sämtlichen Rissen in Scheiben sollte jeder im Hinterkopf behalten, dass die Scheibe deutlich geschwächt ist. Bei Mehrfachverglasungen dringt das sich zwischen den Scheiben befindliche Gas aus, sodass die Dämmwirkung der Scheibe verlorengeht. Daher ist es sinnvoll, die fachmännische Reparatur oder den Austausch zeitnah in Auftrag zu geben.

Notverglasung oder gleich Komplettersatz?

Es gibt ausreichend Situationen, in denen die Notverglasung eines Fensters oder einer Tür unumgänglich ist. Sobald die Sicherheit gefährdet ist, muss eine Notverglasung her, sofern es sich nicht um ein Fenstermodell handelt, welches Lagerware ist. In den meisten Fällen geht die Notverglasung ohnehin mit dem Komplettersatz einher. Anbieter wie Glasengel bieten hier kompetente Hilfe. Gründe für die Notverglasung:

  • Einbruchsschutz – bei Türen, Fenstern oder Schaufenstern, die einen direkten Zugang zum Haus gewährleisten würden, sollte die Notverglasung für die Übergangszeit in Anspruch genommen werden. Sie versieht das Fenster mit einer einfachen Scheibe aus Kunststoff oder Glas, verhindert aber, dass Einbrecher mühelos ins Haus gelangen oder die Fensterverriegelung betätigen können.
  • Wetterschutz – bei Fenstern auf der Wetterseite des Hauses oder gar Dachfenstern genügen Plastikfolien nicht aus, um Regen abzuhalten. Hier ist ebenfalls die Notverglasung geboten.
  • Sicherheit – gerade bei Schaufenstern oder Glaswänden in Außenbereichen oder Bürogebäuden ist die Sicherheit das oberste Gebot. Passanten und Mitarbeiter dürfen sich keinesfalls verletzen, weil sie sich an Scherben schneiden oder durch ein herausgebrochenes Fenster steigen.

Grundsätzlich schließen sich Notverglasung und Komplettersatz nicht aus, sondern komplimentieren sich gegenseitig. Die Notverglasung ist immer nur eine Zwischenlösung, bis ein echter Fenster- oder Scheibenersatz durchgeführt werden kann. Bereits die Art der Notverglasung erklärt dies, denn sie besteht nur aus einer einfachen Scheibe oder aus Plexiglas, die zwar dichthalten, jedoch keinesfalls dämmen.

Was ist sonst noch zu beachten?

Wie bereits erwähnt, ist die Sicherheit aller Beteiligten bei Glasbruch stets das oberste Gebot. Scherben müssen beseitigt werden und, bis es zur Not- oder Ersatzverglasung kommt, sollte die jeweilige Stelle vernünftig abgesichert sein. Das gilt übrigens auch für Privathaushalte, die Glasflächen im Haus haben. Ist beispielsweise das gläserne Treppengeländer gerissen, sollte es farbig deutlich markiert und darauf hingewiesen werden, dass hier Vorsicht geboten ist. Ansonsten gilt:

  • Absperren – handelt es sich bei dem Glasbruch um ein Schaufenster oder eine Scheibe in Bürogebäuden, sollte der Bereich sicherheitshalber abgesperrt werden. Auch das Aufkleben von grellem Flatterband auf die Bruchstelle hilft, Gesundheitsschäden abzuwehren.
  • Termin vereinbaren – sobald alles abgesichert ist, sollte der Glaser oder Fensterbauer angerufen und ein Termin vereinbart werden. Oftmals entscheidet er vor Ort, ob eine Notverglasung sinnvoll ist oder ob er bereits am nächsten Tag mit der richtigen Reparatur oder dem Austausch beginnen kann.
  • Versicherungen – je nach Sachlage übernimmt übrigens die Versicherung den Schaden. Wurde die Scheibe beim Spielen von einem Kind zerstört, trägt die Haftpflichtversicherung der Eltern die Kosten. Bei Hagelschäden an Dachfenstern kann die Gebäudeversicherung mitunter für die Kosten aufkommen.
Abbildung 2: Glasbruch ist etwas für den Fachmann.

Fazit – mehrere Wege bis zum Ersatz

Während die Notverglasung nicht in allen Fällen notwendig ist, so ist der Austausch einer defekten Scheibe vielfach unumgänglich. Gerade bei Fenstern muss ein vollständiger Ersatz eingebaut werden, um die Dämm- und Schallwirkung der Scheiben wiederherzustellen. Die Notverglasung schützt hier nur für einen kurzen Übergang und dient dazu, weitere Schäden einzudämmen. Bei einfachen kleinen Rissen in Innentüren hingegen ist es nicht unbedingt notwendig, eine Notverglasung durchzuführen. Die Risse können teils repariert werden, anderenfalls ist hier ausreichend Zeit, einen Austausch vorzunehmen.
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