Gesundes Raumklima: So klappt’s

gesundes Raumklima

 

Ein gutes Raumklima muss zwei Kriterien erfüllen: Einerseits muss es Heizkosten einsparen und andererseits für den Körper gesund sein. Leider ist es nicht immer so einfach, ein gesundes Raumklima herzustellen sowie zu bewahren. Bereits kleine Mängel beim Bau oder Fehler beim Lüften können dazu führen, dass das Raumklima in seiner Qualität sinkt und schlimmstenfalls sogar zur Gefahr wird. Zu viel Feuchtigkeit greift beispielsweise die Bausubstanz an und kann zur Entstehung von Schimmel beitragen. Diese Schimmelsporen sind für die Bewohner gefährlich, vor allem für Kinder, ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Folgen einer zu hohen Luftfeuchtigkeit in Innenräumen

Überschreitet die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen die Marke von 65 Prozent, gilt das Raumklima als zu feucht. Zu Beginn sind die Folgen oft noch schleichend und werden von den Bewohnern daher nicht rechtzeitig bemerkt. Mit der Zeit zeichnet sich aber unter Umständen Kondenswasser an den Fenstern ab oder Textilien wie Vorhänge und das Sofa nehmen einen muffigen Geruch an. Das ist nicht nur unangenehm, sondern eine Gefahr für die Gesundheit sowie das Gebäude im Ganzen. Das häufigste und mitunter schlimmste Problem einer dauerhaft zu hohen Luftfeuchtigkeit ist die Schimmelbildung an Wänden, Fensterrahmen oder im Badezimmer. Die Schimmelsporen dringen tief in die Bausubstanz ein und können dadurch teure Renovierungsarbeiten nach der Beseitigung notwendig machen. Sie schädigen zudem die Lunge der Bewohner und können Allergien auslösen. Dauerhusten, Kopfschmerzen, brennende Augen oder eine ständige Reizung der Schleimhäute sind häufige Folgen für die Gesundheit.

Das Raumklima sollte auch nicht zu trocken sein

Doch nicht nur eine zu feuchte Luft in Innenräumen kann für die Bewohner zur Belastung werden, sondern auch zu trocken darf das Raumklima nicht sein. Ansonsten wird es als unangenehm wahrgenommen, kann zu Schlafstörungen und Migräne ebenso führen wie zu einer allgemeinen Unausgeglichenheit, Konzentrationsstörungen oder einer Verschlimmerung von Hausstauballergien. Zuletzt muss natürlich darauf geachtet werden, dass das Raumklima nicht durch Zigarettenrauch oder Schadstoffe wie Terpene, Formaldehyd oder Benzol vergiftet wird. Diese können in Lacken und Farben enthalten sein oder direkt in der Bausubstanz. Die Grundlage für ein gesundes Raumklima wird somit bereits beim Bau beziehungsweise der Sanierung des Gebäudes gelegt.

Wohngifte in der Bausubstanz sowie Inneneinrichtung vermeiden

Diese sogenannten Wohngifte können sich zwar durch einen unangenehmen Geruch bemerkbar machen, sind häufig aber unsichtbar und „unriechbar“, sodass die Bewohner von der Schadstoffbelastung erst erfahren, wenn sie bereits gesundheitliche Schäden davongetragen haben. Es ist daher unerlässlich, bereits bei der Bausubstanz ausschließlich auf natürliche Produkte zu setzen, welche eine positive Wirkung auf das spätere Raumklima ausüben. Ein Beispiel hierfür ist Industriefaserhanf, welcher als schadstofffrei sowie nachhaltig und somit als optimale Grundlage für ein gesundes Raumklima gilt. Weiterhin muss bei der Innenraumdämmung darauf geachtet werden, dass diese keine giftigen Stoffe enthält oder, aufgrund einer schlechten Luftdurchlässigkeit, die Schimmelbildung fördert. Bei den Farben, Lacken, Klebstoffen sowie Möbelstücken in der Inneneinrichtung ist weiterhin auf Schadstofffreiheit zu achten. Zuletzt entscheidet aber auch die richtige Pflege der Wohnräume über ein gesundes oder eben ungesundes Raumklima.

Ursachen der Feuchtigkeit in Wohnräumen

Auch, wenn die Bausubstanz, die Dämmmaterialien sowie die Inneneinrichtung eigentlich in Ordnung sind, kann die unzureichende oder falsche Pflege der Wohnräume nämlich zu einer erhöhten Feuchtigkeit führen. Durch das Duschen, Kochen und Atmen der Bewohner wird nämlich Wasserdampf freigesetzt, welcher anschließend auf kalten Flächen wie Fensterscheiben kondensiert. Wird der Wasserdampf durch regelmäßiges sowie richtiges Lüften nicht aus den Wohnräumen abgeleitet, lagert sich dieses Kondenswasser an Wänden & Co an und kann hier zur Schimmelbildung führen. So gibt alleine durch die Atmung jede Person pro Tag rund einen Liter Wasser an die Luft ab. Pro Duschgang sind es etwa 0,6 Liter, ausgehend von einer Viertelstunde. Die Angaben der optimalen Luftfeuchtigkeit schwanken zwischen 30 oder 40 Prozent als Mindestwert und 60 bis 65 Prozent Maximum. Ein Hygrometer kann dabei helfen, die Feuchte im Raum zu überwachen und passgenaue Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wenn das Raumklima nicht innerhalb der optimalen Werte liegt. Zum Einsatz können dann – abhängig von der jeweiligen Problematik – entweder Luftentfeuchter oder Luftbefeuchter kommen.

Richtiges Lüften ist das A und O

Sind die Voraussetzungen für ein gesundes Raumklima gegeben, kommt es schlussendlich auf die Lüftgewohnheiten an. Wohnräume sollten mindestens zweimal täglich stoßgelüftet werden. Das bedeutet: Für etwa zehn Minuten werden sämtliche Türen und Fenster der Wohnung beziehungsweise des Hauses geöffnet. Dadurch werden die Luftmassen umgewälzt, die Feuchtigkeit wird nach draußen transportiert und es gelangt frische Luft in die Wohnräume. Der Durchzug durch diese Querlüftung ist notwendig, damit auch in schwer zugänglichen Ecken und Nischen, wo sich Schimmelsporen besonders wohlfühlen, die Luft ausgetauscht wird. Derweil ist es weniger effektiv und ratsam, die Fenster den ganzen Tag auf Kippstellung zu lassen. Einerseits reicht das nicht zur vollständigen Lüftung aus, sodass die Schimmelbildung gefördert wird und sich das Raumklima zunehmend verschlechtert. Andererseits kann vor allem in der kälteren Jahreszeit die feuchte Innenluft dadurch besonders gut kondensieren. Wer im Sommer die Fenster dennoch gekippt halten möchte, sollte mindestens zweimal täglich stoßlüften.

Bild:
Pixabay.com newhouse

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